Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
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aber unter dem Winde, gehen die Leichname der Pferde und der Indianer auf dem Boden in Fäulniß über.

Auf der Ebene, in einer entgegengeſetzten Richtung zeigt der friſch aufgegrabene Sand den Platz an, wo diejenigen Abenteurer, die am vorhergegangenen Tage kämpfend gefallen ſind, für immer ruhen.

Dieſes traurige Gemälde trägt dazu bei, daß die ganze, ſchon ſo traurige Landſchaft ein noch düſtereres Ausſehen erhält.

So viel über das Aeußere des Lagers.

Es war etwa die Stunde herangerückt, um welche die Goldſucher den Tag zuvor an dieſem Orte Halt ge⸗ macht hatten, das heißt, es war etwa vier Uhr, als die Schildwachen in der Ferne eine leichte Staubwolke er⸗ ſpäheten. Alles ſtürzte nach dieſer Seite hin, in der Hoffnung, Don Eſtevan ſammt ſeinen Gefährten wieder⸗ zu ſehen.

Die Illuſion dauerte aber nicht lange.

Die indianiſchen Federbüſche und die mit Menſchen⸗ haaren wie mit Wimpeln geſchmückten Lanzen wurden inmitten der Staubwolke bald ſichtbar.

Zu den Waffen! zu den Waffen! Es kommen die Indianer!

So lautete das Geſchrei, das ſich allenthalben hö⸗ ren ließ.

Allein die bis jetzt ſchon ſo große Verwirrung war Nichts im Vergleich mit der, die ſich bei dieſer unvor⸗ hergeſehenen Nachricht des ganzen Lagers bemächtigte. Wer ſollte befehlen? Wer gehorchen? Indeſſen ſtellte ſich Jeder, ſo gut es eben gehen mochte, an den Poſten, der ihm am vorhergegangenen Tage angewieſen wor⸗ den war.

Auf allen Geſichtern herrſchte die Angſt.

Indeſſen kam ein Augenblick, wo Jeder wieder Muth faßte. Die indianiſchen Reiter waren nur ſechs an der Zahl, und anſtatt heranzugaloppiren und ihr Kriegsge⸗ ſchrei hören zu laſſen, kamen ſie ganz ruhig auf die