Cuchillo nicht der größte Spitzbube iſt, den ich je in meinem Leben gefunden! Und doch verzeihe ich ihm von ganzem Herzen die Treuloſigkeit, deren Opfer wir um ein Haar geworden wären; denn ihm werde ich es zu verdanken haben, wenn ich endlich den Fuß anf eines jener Placers ſetze, von denen ich ſo Viel habe ſprechen horen, und an deren Reichhaltigkeit, ich geſtehe es Ihnen offen, Ihr nicht im allerbeſten Zuſtande befindlicher Mantel mich oft hatte zweifeln laſſen.“
In dem Augenblicke, wo der langhaarige Gambu⸗ fino ſich bereit machte, Baraja wegen dieſer Anſpielung auf das namenloſe Kleidungsſtück, das man hoflichkeits⸗ halber einen Mantel nannte, mit einiger Bitterkeit ab⸗ zufertigen, hatte Don Eſtevan Halt gemacht, während Pedro Diaz abſtieg.
Der Abenteurer bückte ſich, um einen ſchwärzlichen Gegenſtand von problematiſcher Form vom Sande auf⸗ zuheben; es war eine Art kleinen ledernen Mantelſacks, der für ein Eigenthum Cuchillo's erkannt wurde,
„Dieß beweist uns, gnädiger Herr,“ ſprach Diaz, „daß wir wirklich auf der rechten Spur ſind, und daß der anbrechende Tag uns bald von der Anweſenheit eines Verräthers überzeugen wird
„Und es wird dieß dann ſein letzter Verrath ſein, ich ſchwöre es!“ ſetzte Don Eſtevan hinzu.
Die Reiter ſetzten darauf ihren Weg fort, über⸗ zeugt, daß Cuchillo ihnen voraus ſei, und ſich bald ihren Augen zeigen müſſe.
In der That kamen, mit Sonnenaufgang,— und dieſer Augenblick war nicht mehr fern,— die Haupt⸗ perſonen in dieſem Drama, ohne daß ſie es wußten, vom Finger Gottes getrieben, und wie beſtellt, herbei, um in dem unzugänglichſten Theile dieſer Wüſteneien, inmitten einer ebenſo bizarren, als impoſanten Decora⸗ tion zuſammenzutreffen.
————————


