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„Die Nachahmung iſt eine höchſt gelungene, ich gebe es zu,“ antwortete Roſenholz;„aber Du ſollteſt Dich nicht ſo täuſchen laſſen. Es iſt eine indianiſche Schildwache, die dieſes Geſchrei hören läßt, ſei es, um die Andern zur Wachſamkeit aufzufordern, oder aber iſt es,— was wahrſcheinlicher— eine Erfindung ihrer teufliſchen Bosheit, um uns zu verſtehen zu geben, daß ſie nicht aufgehört haben, uns zu überwachen. Es iſt eine Art Todtengeſang, womit ſie uns regaliren wollen.“
Kaum hatte der Canadier geendigt, als auf dem entgegengeſetzten Ufer dieſelbe Harmonie ſich mit bald ſpöttiſchen, bald kläglichen Modulationen wiederholte, welche die Vermuthung des alten Jägers Punkt für Punkt beſtätigte. Aber dieſe Stimmen waren deßhalb nicht minder furchtbar, denn ſie offenbarten alle Ge⸗ fahren und Fallſtricke, welche die Dunkelheit der Nacht verbarg.
„Ich habe große Luſt, ihnen zuzurufen, daß ſie lie⸗ ber wie Tiger, die ſie ſind, brüllen ſollen,“ ſagte Pepe.
„Thu' das bei Leibe nicht! Dadurch würdeſt Du ihnen genau die Stelle anzeigen, an der wir uns be⸗ finden. Die Spitzbuben wiſſen es nicht mehr ſo ganz
Mit dieſen Worten ging Roſenholz mit der größten Vorſicht in's Waſſer. Die beiden auf der Inſel zurück⸗ gebliebenen Jäger folgten, nicht ohne einige Unruhe, den Unterſuchungen des Canadiers mit dem Auge. Letz⸗ terer verſchwand von Zeit zu Zeit unter der Oberfläche des Fluſſes, wie der Taucher, der längs der Seiten des Schiffes den Leck ſucht, welcher demſelben den Unter⸗ gang droht.
„Wohlan!“ fragte Pepe lebhaft, als der Canadier wieder zum Vorſcheine kam, um Luft zu ſchöpfen,„find wir durch mehrere Anker feſtgehalten?“
„Es geht, glaube ich, Alles gut,“ antwortete Ro⸗ ſenholz;„bis jetzt ſehe ich nur einen, der das Inſelchen feſthält, aber es iſt der Nothanter!“


