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„Vor Allem aber hüten Sie ſich, zu weit hinunterzu⸗ dringen!“ rief Fabian,„Sie könnten ſich in das Netz von Aeſten und in die Wurzeln unter dem Waſſer verwickeln.“
„Sei unbeſorgt, Kind!“ antwortete der Canadier. „Ein Walfiſch würde eher an einem Fiſcherkahne, den er zwanzig Fuß hoch in die Luft ſchleudern kann, han⸗ gen bleiben, als ich unter dieſer Inſel, die ich durch einen Druck mit der Schulter auseinander treiben könnte.“
Der Fluß ſchloß ſich von Neuem brauſend über dem Kopfe des Canadiers. Es verfloß eine geraume Zeit, während welcher, gleich als ob das in Erfüllung gehen ſollte, was Fabian vorhergeſehen, man an den ſich um die Inſel her bildenden Wirbeln ſehen konnte, daß Ro⸗ ſenholz unter dem Waſſer war. Bald oscillirte und zit⸗ terte der ganze Floß, wie ein Fahrzeug inmitten einer hohlen See. Man fühlte, daß der Rieſe eine letzte und gewaltige Anſtrengung machen müſſe. Fabian wurde es einen Augenblick enge um's Herz bei dem Gedanken, daß Roſenholz vielleicht mit dem Tode kämpfe,— als ein dumpfes Krachen, ähnlich dem des Fugen werks eines Schiffes, das an einem Felſen zerſchmettert wird, ſich faſt unter ſeinen Füßen hören ließ.
In demſelben Augenblicke erſchien der Canadier wie⸗ der über der Oberfläche des Waſſers mit triefenden Haaren und mit flammrothem Geſichte, da das Blut bei ihm gewaltſam nach dieſem Theile des Körpers hinge⸗ trieben worden war. Mit einem Satze faßte er wieder auf der Inſel feſten Fuß, die anfing, ſich langſam um ſich ſelbſt zu drehen, und dann ſanft ſtromabwärts ſchwamm. Eine ungeheure Wurzel, die ziemlich tief im Bette des Fluſſes ſtak, war von den kräftigen Händen des Co⸗ loſſes, der in ſeiner Verzweiflung eine zehnfache Stärke gefunden hatte, abgebrochen worden. 4
„Gott ſei gelobt!“ rief er,„das letzte und einzige
Hinderniß, das uns noch zurückhielt, iſt beſeitigt: jetzt
find wir flott.“ Und in der That rückte, während er ſo ſprach, das


