209
die der Canadier gemacht, um wieder feſten Fuß dar⸗ auf zu faſſen.
„Heult, ſo lange Ihr wollt,“ ſprach Roſenholz, als er wieder zu Athem gekommen war;„heult nach Her⸗ zensluſt, Ihr habt uns noch nicht, aber,“ ſetzte er ganz leiſe hinzu,„werden wir immer ſo glücklich ſein?“
Und in der That, wie viele Gefahren hatten ſie noch abzuwenden, nachdem ſie dieſe überſtanden? Wer konnte die neuen Liſten vorausſehen, welche die Indianer gegen ſie gebrauchen würden?
Dieſe Reflexionen hatten gar bald dem erſten Sie⸗ gesrauſche ein Ende gemacht, und es war ein düſteres Schweigen auf die Glückwünſche gefolgt, welche die beiden Jäger an Roſenholz gerichtet hatten.
Plötzlich hüpfte Pepe auf, indem er einen Schrei und zwar ausnahmsweiſe einen Freudenſchrei unter⸗ drückte.
„Roſenholz, Don Fabian,“ rief er,„wir ſind ge⸗ rettet; ich ſtehe Euch dafür!“
„Gerettet!“ wiederholte der Canadier mit zittern⸗ der Stimme.„O ſprich doch, Pepe, ſprich geſchwind!“
„Haſt Du nicht bemerkt,“ fuhr der Exmiquelete fort,„wie vor einigen Stunden das ganze Inſelchen unter unſeren Händen zitterte, als wir einige große Aeſte ausriſſen, um uns zu befeſtigen? Wie haſt Du ſelbſt es eben jetzt noch zittern gemacht, Roſenholz! Wohlan! ich hatte einen Augenblick dem Gedanken Raum gegeben, ob wir nicht aus den Baumſtämmen unter unſern Füßen einen Floß bilden könnten; allein nun verzichte ich darauf; unſer ſind drei, und wir können, wenn wir alle unſere Kräfte aufbieten, die Inſel ſelbſt aus dem Grunde reißen, und ſie flott machen. Der Nebel iſt dick, die Nacht ſehr dunkel, und morgen, bei Tagesanbruch„
„Werden wir ſchon weit von hier ſein, rief Roſen⸗ holz.„An's Werk, an's Werk! Der kühlere Wind
Der Waldläufer. U. 14


