Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
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die Spur der fünf Fliehenden deutlich zu ſehen war. Oft kam er plötzlich an eine Stelle zurück, an der er ſchon vorher geweſen war, und verlor ſo wieder den ge⸗ wonnenen Vorſprung.

Indeſſen fing, nachdem dieſes unordentliche Ren⸗ nen und dieſer furchtbare Kampf eine Stunde gedauert hatte, das Pferd zu fühlen an, daß es einen Mann trage, der es zu beherrſchen wiſſe; auch erſchöpften ſich ſeine Kräfte allmälig. Der Kappzaum, der durch die ſtarke Hand des Reiters heftig angezogen wurde, com⸗ primirte ſeine Nüſtern, die nur noch einen pfeifenden Athem hören ließen; nach und nach verminderte ſich ſeine Geſchwindigkeit; ſeine Sprünge wurden minder haſtig und unregelmäßig; und endlich gehorchte es dem Impulſe, der ihm gegeben wurde. Mann und Pferd ruheten, gleichſam in Folge einer Vereinbarung, einen Augenblick aus, um wieder zu Athem zu kommen; der Schweiß rann an beiden hinab, und es dampften die Flanken des Thieres auf's Heftigſte.

Fabian benutzte dieſe kleine Ruhezeit, um ſich zu orientiren; der Nebel, der ſeine Augen umſchleierte, fing an, ſich zu zerſtreuen, und die raſchen Schläge ſeines Herzens horten auf, in ſeinen Ohren zu ſauſen: er konnte wieder ſehen und hören.

Zerdrückte und zerknitterte Blätter, kleine, friſch ab⸗ geriſſene und zerbrochene Zweige, Spuren von mehreren Pferdehufen im Graſe oder im Sande, zeigten den ge⸗ übten Augen Fabians auf's Unzweideutigſte, daß die Fliehenden an dem Orte, an dem er ſich befand, vor⸗ beigekommen. Plötzlich traf das ferne Geräuſch eines Waſſerſturzes ſein Ohr. Noch einen Augenblick und es kamen die Fliehenden vor ihm auf der rohen Brücke an, die über das breite und tiefe Bett führte, in welchem der Waldſtrom dahinbrauste; ſie konnten, wenn ſie ihre Anſtrengungen vereinigten, die Brücke zerſtören. Dann aber wurde jede Verfolgung unnütz, denn während der Zeit, die es ihm koſten mußte, eine Furt zu ſuchen,