Die Reiter galoppirten davon. Tiburcio hatte den Tag zuvor gehört, wie Don Eſtevan zu Cuchillo ſagte, daß er vor ſeiner Abreiſe nach dem Preſidio nur wenige Stunden auf der Ha⸗ cienda bleiben würde. Die letzten Ereigniſſe, die am vorangegangenen Abend im Hauſe Don Aguſtin's Statt gefunden, mußten dieſe Abreiſe noch beſchleunigt haben. Es durfte daher keine Zeit verloren werden. Das Pferd Pepe's wurde ein treffliches Mittel, die Flüchtlinge zu verfolgen, und ihnen vielleicht den Weg abzuſchneiden; es war jetzt nur noch die Frage, wer daſſelbe beſteigen ſolle, um ſich mit einem ſo gefährlichen Unternehmen zu befaſſen. Denn es galt, ſich der Flucht fünf bewaffneter Reiter allein zu widerſetzen.
„Ich ſetze ihnen nach!“ ſprach Fabian.
Mit dieſen Worten ſprang er auf das Pferd zu, das voller Schrecken zurückwich; den Halfterriemen er⸗ greifend, mit dem es angebunden war, warf er ihm ſein Taſchentuch über die Augen. Am ganzen Leibe zitternd, blieb das Pferd unbeweglich.
Fabian holte den Sattel Pepe's herbei, und ſchnallte ihn feſt, wie ein Mann, der ſich auf dieſes Geſchäft ver⸗ ſteht; fodann befeſtigte er über den Nüſtern den Lazo dergeſtalt, daß er zu gleicher Zeit einen Zügel und einen Kappzaum bildete, und ohne das Taſchentuch zu entfer⸗ nen, womit das Pferd, ſo zu ſagen, verkappt war, war er ſchon im Begriffe, ſich in den Sattel zu ſchwingen, als auf ein Zeichen des Canadiers Pepe dieſes plötzlich zu hindern ſuchte.
„Sachte, ſachte,“ ſprach er;„wenn irgend Jemand hier ein Recht hat, dieſes Pferd zu reiten, ſo bin ich es, der es erbeutet,— der es eingefangen.“
„Sehen Sie nicht,“ entgegnete Fabian ungeduldig, „daß dieſes Pferd noch nicht das Zeichen ſeines Eigen⸗
thümers trägt,— ein Beweis, daß es noch nicht ge⸗
ritten worden; und wenn Ihnen Ihr Leben lieb iſt,


