Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
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noch, daß das Blut ſeiner Mutter,— daß das Blut derjenigen, die ihn unter ihrem Herzen getragen, eben⸗ falls um Rache ſchreie.

Die holde Geſtalt Roſarita's verſchwand unter den blutigen Bildern, welche die Hitze ſeines Blutes vor ihm aufſteigen ließ, wie bei dem rothen Wiederſcheine eines nächtlichen Brandes die roſenfarbigen Tinten der Mor⸗ genröthe, die das Auge ſo gern, unter dem Nebel her⸗ vor, am fernen Horizonte ſich malen ſah, erblaſſen und verſchwinden.

„Und Sie kennen den Mörder meiner Mutter?“ rief Fabian mit feuerſprühendem Auge.

„Sie kennen ihn auch; Sie haben mit ihm beim Hacendero, deſſen Haus Sie vor Kurzem verlaſſen, an einem und demſelben Tiſche geſeſſen.“

Wir wollen nun Fabian von Pepe die traurige Ge⸗ ſchichte erzählen laſſen, die der Leſer bereits kennt, um den canadiſchen Jäger wieder aufzuſuchen.

Roſenholz, der an die Gefahr dachte, die den jun⸗ gen Menſchen, der ihm durch ein zweites Wunder wie⸗ der geſchenkt worden war, bedrohen könnte, drang im⸗ mer noch raſch vorwärts; allein vergebens ließ er ſein geübtes Auge durch die wenigen lichteren Stellen dieſes unentwirrbaren Labyrinthes dicht neben einander ſtehen⸗ der Baumſtämme, in einander verwickelter Lianen und dichten Lanbes hinſchweifen: es ließ ſich kein Feind blicken.

Vergebens mußte ſein kundiges Ohr allen Geräu⸗ ſchen lauſchen, die man in einem Walde hören kann; außer denen, von denen wir geſprochen, ließ ſich aber kein anderes hören, es ſei denn, daß man das Krachen der Geſträuche hieher rechnen will, die er mit ſeinen ſchweren Füßen zu Boden drückte, und die ſich, ſobald er vorüber war, wieder aufrichteten.

Er lief ſo noch einige Minuten fort; dann warf er ſich auf den Boden hin, legte das Ohr an denſelben,

und ſchloß die Augen, um die Kraft ſeiner Sinne mehr