Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

39

können, das in Ihren Adern rinnt; allein reich ſind Sie nicht mehr.“

„Was liegt mir daran!“ antwortete Fabian trau⸗ rig;„es wäre jetzt zu ſpät.“

„Oh! es liegt viel daran. Ich kenne unter an⸗ dern zwei Männer, die Ihnen das, was Sie verloren haben, entweder wieder verſchaffen, oder darüber zu Grunde gehen werden.“

„Und meine Mutter?“ fragte Fabian.

„Ah! die Erinnerung an Ihre Mutter, und an Sie, Senor Fabian, hat den Mann, von dem ich Ihnen ſpreche, gar oft nicht ſchlafen laſſen. Gar oft hat er in der Stille der Nächte,— hat er, inmitten der Wälder, in der Stimme des Windes den Angſtſchrei wieder zu hören geglaubt, der eines Abends in ſein Ohr drang, und den er damals für das Pfeifen des Felſenwindes hielt.... Es war der letzte Schrei Ihrer unglück⸗ lichen, mit dem Tode ringenden Mutter.“

„Von was für einem Menſchen ſprechen Sie mir denn da wieder?“ fragte Fabian.

„Von einem Menſchen, der, obwohl ohne es ſelbſt zu wiſſen, dem Mörder Ihrer Mutter Vorſchub geleiſtet hat. Ah! Don Fabian„fuhr der Jäger lebhaft fort, gleich als wollte er auf eine Geberde des Entſetzens, die er bei dem jungen Grafen von Mediana bemerkte, antworten,„verfluchen Sie ihn nicht; ſein Gewiſſen hat ihm ſchon längſt weit mehr geſagt, als Sie ihm ſagen könnten, und jetzt iſt er bereit, all' ſein Blut für Sie zu vergießen.“

Die wilden Leidenſchaften, die erſt ſeit einigen Stunden im Herzen Fabians eingeſchlummert waren, wachten wieber auf, wie eine jener langen Feuerzungen, die bisweilen aus einer Brandſtätte, wo alles Feuer er⸗ loſchen zu ſein ſcheint, plötzlich emporſteigen⸗

Er hatte ſchon den Tod des Arellanos zu rächen, — hatte den Mörder deſſelben zu verfolgen und vorerſt kennen zu lernen,— und nun erfuhr er mit einem Male