ſollte, unter ſich Viele zählen müßten, die in fittlicher Beziehung gar nicht höher ſtänden, als Cuchillo und deſſen beide Freunde. Ein Menſch, der für ſo ziemlich ehrlich gelten konnte, war daher ein köſtlicher Fund für ihn; was ſeine Tapferkeit betraf, ſo konnte ſie wohl nicht bezweifelt werden, da Jedermanns Mund davon voll war. Don Eſtevan beſchloß daher, ſich des Diaz zu bedienen, und ihn deßhalb an ſich zu feſſeln. Man hat wohl nicht vergeſſen, daß der Spanier in ſeinen politiſchen Entwürfen die Eroberung des Goldthals nur als ein Mittel anſah, den höheren Zweck zu errei⸗ chen, den er im Auge hatte.
Während Don Eſtevan den ihm von Cuchillo an⸗ gegebenen Weg langſam fortritt, hatte er es verſucht, die Geſinnungen ſeines neuen Recruten, deſſen Tapfer⸗ keit und Geſchicklichkeit ihm vom Hacendero bereits ge⸗ rühmt worden waren, zu erforſchen. Indeſſen reichten die beiden letzteren Eigenſchaften in den Augen Don Eſtevan's noch nicht hin, um Diaz zu der Stelle eines Lieutenants und eines Vertrauten zu berechtigen.
Er lenkte das Geſpräch ganz natürlich auf die gegen die Metropole vorliegenden Gründe der Unzufrie⸗ denheit, deren Keime ihm während ſeines Aufenthalts im Staate Sonora nicht entgangen waren. Bei den erſten Worten, die Pedro Diaz antwortete, ſah Don Eſtevan, daß pies der Menſch war, den er zu finden wünſchte; allein es war der Augenblick noch nicht ge⸗ kommen, ihm den ganzen Plan zu enthüllen. Nur ſo viel war ihm gewiß, daß Diaz in ſeinen Händen zu gleicher Zeit ein mächtiges Werkzeug und ein trefflicher Gehulfe ſein würde, und er begnügte ſich daher, ihm zu verſtehen zu geben, daß die Erpedition von Tubge, wenn ſie glücklich abliefe, eine Trennung zwiſchen dem Staate von Sonora und dem ſouveränen Congreſſe von Merxico erleichtern könnte.
Der Knall, den das Abſchießen des Carabiners Cuchillo's verurſachte, unterbrach Don Eſtevan.
Der Wildläufer. U. 3
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