Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
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Hätte dem Banditen ſeine Habſucht es erlaubt, ſeine beiden Genoſſen, Oroche und Baraja, die nun wieder ganz zur Beſinnung gekommen waren, an der Belohnung, die er von Don Eſtevan erwartete, theil⸗ nehmen zu laſſen, ſo unterliegt es wohl keinem Zwei⸗ fel, daß Tiburcio wenigſtens von einem der drei zu gleicher Zeit auf ihn gerichteten Carabiner getroffen worden wäre. Aber Cuchillo hatte die von dem Spa⸗ nier verſprochenen zwanzig Unzen Gold allein gewinnen wollen, und die plötzliche Bewegung, die Tiburcio bei der Enthüllung des Canadiers gemacht hatte, war Schuld, daß er der vereinzelten Kugel des Mörders entging.

Sobald Cuchillo den Schuß gethan, beeilte er ſich, ſeinem Verſprechen gemäß, zu ſeinen beiden Gefährten zurückzukommen. Er nahm ſich nicht einmal ſo viel Zeit, um ſich davon zu vergewiſſern, ob denn ſeine Ku⸗ gel auch getroffen. Indeſſen konnte Cuchillo, da die Furcht ſein Auge ein wenig trübte,(denn er zweifelte gar nicht, daß, wenn er auch den erreicht hätte, den er auf's Korn ge⸗ nommen, immer noch zwei Jäger, deren Geſchicklichkeit und Unerſchrockenheit er den Tag zuvor ſchätzen gelernt hatte, übrig blieben, um ſeinen Tod zu rächen) nicht auf der Stelle den Ort wieder finden, wo er ſein Pferd angebunden hatte. Obgleich er ſich bald wieder zurecht fand, ſo hätte ihm doch ſeine Unſchlüſſigkeit das Leben koſten können, wenn Roſenholz ſammt ſeinen beiden Freunden über dieſen plötzlichen Angriff nicht ebenfalls ein Bischen betroffen geweſen wäre. DDer unerwartete Schuß, der gerade in dem Au⸗ genblicke ſiel, wo Tiburcio und der Canadier noch von de ewaltigſten Gemüthsbewegung beherrſcht waren, he e für ſie, ſo zu ſagen, eine betäubende Wirkung. „Caramba!“ rief Pepe,„ich möchte wohl wiſſen,“ für wen dieſe Kugel gemünzt geweſen, ob für mich, oder