Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
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auf meine Rache zu verzichten? Nein, nein! mein Plan ſoll ausgeführt werden, wie ich ihn ausgedacht, wenn anders nicht, ſetzte Don Antonio hinzu, indem er einen Dolch aus ſeiner Scheide riß, und mit der Spitze auf die Wiege des kleinen Fabian deutete,ein Schrei, ein unnützer Widerſtand mich zwingt, dieſen Plan zu än⸗ dern... Und in dieſem Falle möge mein Bruder mir verzeihen, daß ich ſein Blut vergoſſen: Sie werden es dann ſein, die es ſo gewollt....

O mein Gott! rief die Gräfin,ſendeſt du mir keinen Retter in der Noth? Willſt du ein ſolches Ver⸗ brechen geſchehen laſſen?

Laſſen Sie mich das mit Gott abmachen, Madame; was die Menſchen betrifft, ſo laſſe ich, ich habe es Ihnen bereits geſagt, keine Spur hinter mir zurück; Sie wer⸗ den daher, glauben Sie mir, wohl daran thun, wenn Sie auf die Gerechtigkeit Gottes in ihrer Lethargie, wenn Sie auf die menſchliche Juſtiz in ihrer Ver⸗ blendung nicht allzu ſehr rechnen.

Die Gräfin wollte einen letzten Verſuch machen, den Mann zu erſchrecken, den all' ihr Flehen kalt gelaſ⸗ ſen hatte: mit einer Todtenbläſſe auf der Stirn, ging ſie auf ihn zu, und ſprach, mit von prophetiſchem Feuer belebten Augen:

Nehmen Sie ſich in Acht, daß, in Ermangelung der menſchlichen Juſtiz, die Sie verlachen, jene himm⸗ liſche, die Sie läſtern, am andern Ende der Welt, in den entfernteſten Wüſten, die vielleicht des Menſchen Fuß nie betreten wird, nicht einen Ankläger, einen Richter, und einen Henker erweckt!

Die Zeit der Wunder iſt vorüber, ſprach Don Antonio kalt,und ich weiß gewiß, daß ſie nie wieder⸗ kehren wird!

Sodann ſetzte er in ungeduldigem Tone hinzu:

Aber machen wir der Sache nun ein Ende, das Kind da hat zum letzten Male unter dem Dache ſeiner Väter geſchlafen!