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Ihrer Intriguen geweſen iſt, den Erſtgeborenen in die Schlingen zu verwickeln, die Sie dem Zweitgeborenen nur gelegt hatten, weil Sie das förmliche Verſprechen ſeines Bruders kannten?“
Die Gräfin antwortete keine Silbe. Kam es da⸗ her, daß die Anklagen des unerbittlichen Richters, deſſen Gerichtsbarkeit ſie ſo plötzlich anheimgefallen war, lau⸗ ter ſprachen, als ihr Gewiſſen? oder kam es daher, daß
ſie es verſchmähte, auf dieſe Anklagen zu antworten,
die ſie berechnender Habſucht bezichtigten?
Don Antonio fuhr alſo fort:
„Laſſen wir dieſe Gegenbeſchuldigungen, die bloß der Vergangenheit angehören; ich bin nicht hieher ge⸗ kommen, um mich in zärtlichen Vorwürfen zu ergehen, wie betrogene Liebhaber ſo oft thun; ich habe einen ernſteren Zweck.“
Antonio machte einen Schritt nach der Wiege hin.
„Aber Sie ſehen doch wohl ein,“ rief die Gräfin, „daß mein Sohn Ihnen Nichts gethan hat!“
Es lagen in dieſem Schrei ſo viel mütterliche Angſt, ſo viel Heftigkeit, ſo viele Thränen, daß in der Seele Don Antonio's eine Reaction vor ſich zu gehen ſchien, ohne daß indeſſen ſeine Züge Etwas von jener kalten Strenge verloren hätten, womit er ſein Geſicht mas⸗ kirte; denn er hob mit minder drohender Stimme wie⸗ der an:
„Wer hat Ihnen denn geſagt, daß ich der Mörder eines Kindes ſein wolle?“
„Ach! nehmen Sie meinen Dank für Ihre Gnade hin, Antonio!“ rief die Gräfin, die Hände faltend.
Don Antonio fuhr fort:
„Hören Sie zuerſt das Urtel an,— erfahren Sie zuerſt, was ich mit ihm vorhabe, und Sie werden dann ſehen, ob Sie Urſache haben, für eine Gnade zu danken. Auf dieſem Kinde laſtet keine andere Schuld, als daß ein Verrath, deren Frucht es iſt, es zwiſchen mich und
ein Vermögen geſtellt hat, das ich ſammt den damit
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