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Signal, das oſt zwiſchen Schiffen gewechſelt wird, welche während der Nacht ſich an dieſen gefährlichen Küſten befinden; allein die Gräfin wußte es nicht. Für ſie lag etwas ſo Ungewöhnliches, ſo Außerordentliches in die⸗ ſem vom Meere herkommenden Tone, daß er ihr wie ein Echo aus der unſichtbaren Welt erſchien.
Die Gräfin erhob ſich halb von ihrem Stuhle, mit einer ſolchen Angſt, daß ein Zuſchauer gedacht hätte, ſie mache ſich auf irgend eine furchtbare Erſcheinung gefaßt. Ihre erſte Bewegung war, daß ſie auf eine kleine Glocke zulief, die ſich auf einem neben ihr ſtehenden Tiſche be⸗ fand; aber bald gewann ihr Hochmuth wieder die Ober⸗ hand, und Dona Luiſa kniete neben der Wiege ihres Sohnes nieder, da ſie ſich ſchämte, ihre Schwäche vor einem ihrer Domeſtiken zu zeigen. Das Kind lag immer noch in ſeinem tiefen und ruhigen Schlafe, und träumte wahrſcheinlich von den Liebkoſungen ſeiner Mutter.
„O mein Gott!“ rief ſie von Neéuem,„wie ſchwer zu tragen ſcheint mir jetzt der Name Mediana, der ſo lange das Ziel aller meiner Wünſche war! Da von dem einen oder dem andern der beiden Brüder dieſes Kind gezeugt werden ſollte, um den gräflichen Namen fortzupflanzen, ſo moge Dein Zorn, o Herr, wenigſtens nur mich treffen!“
Dieſes Gebet der Dona Luiſa ſchien ein im Lande cireulirendes Gerücht zu beſtätigen, wornach die Gräfin mehr ehrgeizig, als treu, den älteren Mediana ohne Liebe geheirathet, während ſie dem jüngeren, Don Antonio, den ſie für todt hielt, ihr Herz geſchenkt.
Ihre Stimme verlor ſich abermals in einem ſtum⸗ men Gebete, und ließ ſich dann bald wieder hören, war dieſes Mal aber mit jener Langſamkeit accentuirt, die auf eine träumeriſche Zerſtreuung und ein Vergeſſen der äußeren Gegenſtände während der Wanderungen der Seele im Lande der Vorahnungen und der Erinnerungen deutet.


