Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
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Augenbrauen ſich zu zeigen anfing, verrieth einen be⸗ ſonnenen Charakter; während ihr graziös gebogener Mund das ſüßeſte Lächeln verſprach. Ihre ſchwarzen Sammt⸗ Augen beſtätigten die Verſprechungen ihres Mundes; aber nichts deſtoweniger konnte man auf ihrer ſtarkge⸗ wölbten Stirne, ſowie in den Linien ihrer Naſe, die leicht an eine Adlernaſe erinnerte, ohne Mühe die Un⸗ beugſamkeit des Willens und die Heftigkeit der Leiden⸗ ſchaften leſen.

Es war dieß einer jener unterſcheidenden Züge, die Tiburcio oder vielmehr Fabian von ſeiner Mutter ge⸗ erbt hatte.

Die Haare der Dona Luiſa waren ſo ſchwarz, wie Ebenholz, und faßten mit zwei glänzenden Bandeaur ein Geſicht ein, das im Zuſtand der Ruhe verführeriſch, wenn belebt, bezaubernd, und im Zorne furchtbar ſchön ſein mußte.

Endlich rechtfertigten noch Hände von blendender Weiße und von vollkommenſter Form, ſowie eine ele⸗ gante Taille, und allerliebſte Füßchen die Leidenſchaft, welche die beiden Brüder für die Gräfin empfunden hatten; denn wir müſſen wahrheitsgemäß hinzuſetzen, daß der Wunſch, ſeine Familie nicht erlöſchen zu laſſen, nicht der einzige Beweggrund zur Heirath Don Juan de Me⸗ diana's mit Dona Luiſa geweſen war.

Nach einigen Augenblicken tiefen Nachdenkens nahm die Gräfin die Lampe und ſtellte ſie auf ein Leuchter⸗ Geſtell, ſo daß das Licht, welches dieſelbe verbreitete, die Züge ihres in ſeiner Wiege ſchlafenden Sohnes be⸗ leuchtete.

Das Kind lag in jenem tiefen, ſeinen Altersge⸗ noſſen eigenen Schlafe, der dem Tode allzu ähnlich ſein würde, wenn man nicht das Leben mit dem Blute unter dem leichten Gewebe, das es bedeckt, ſo zu ſagen, eir⸗ culiren ſähe. Sie betrachtete lange Zeit das naive Ge⸗ ſicht des Kindes, das in einer Fülle von Haaren, jenem hellen Kaſtanienbraun angehörig, welches für ſpätere