Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

väterlichen Zärtlichkeit, ſein älterer Bruder, der Graf von Mediana, ihrer Mutter das Verſprechen gegeben, ſich nie heirathen, und Don Antonio die Titel, ſo wie das Vermögen der Familie laſſen zu wollen. Aber das Gerücht von ſeinem Tode hatte durch ſeine lange Ab⸗ weſenheit eine Art Beſtätigung erhalten, und ſein älterer Bruder, der ſich nun ſeines Gelübdes entbunden glaubte, hatte ein altes Geſchlecht nicht erlöſchen laſſen wollen.

Er hatte dem Andenken ſeines Bruders eine feier⸗ liche Huldigung darzubringen geglaubt, indem er die Perſon heirathete, die Letzterer ſelbſt hatte heirathen ſollen. Aus dieſer Heirath war ein Sohn entſproſſen.

Don Antonio erfuhr zu gleicher Zeit den Ruin ſei⸗ ner ehrgeizigen Projekte, ſo wie den aller ſeiner Hoff⸗ nungen. Im Herzen der Ehrgeizigen nimmt die Leiden⸗ ſchaft nur wenig Platz ein; er hatte daher auch uur den Verluſt des Majorats von Mediana bedauert; in dem Wunſche, das Kind aus dem Wege zu räumen, das ihn ſein Lebenlang zu der Exiſtenz eines jüngeren Soh⸗ nes verurtheilte, ging jedes Rachegefühl auf.

Mit dem Commando einer in der Südſee gemachten Priſe betraut, hatte Don Antonio de Mediana von dem genommenen Schiffe mit einer wenig zahlreichen Mann⸗ ſchaft Beſitz ergriffen, die der Commandant der Corvette, auf der er ſich ſelbſt befand, abgegeben hatte. Er hatte an verſchiedenen Orten, wo er anlegte, dieſe Mannſchaft bald mit etwa dreißig ſpaniſchen Abenteurern vermehrt, mit Leuten, die vor keiner Unthat zurückſchauderten und im Brennen, Plündern und Morden gar wohl be⸗ wandert waren. An der Spitze dieſer wenig ſerupuls⸗ ſen Mannſchaft war er nach Spanien zurückgekehrt. Es würde uns zu weit führen, hier zu erzählen, wie er es angegriffen, um zu Elanchovi geheime Einverſtändniſſe zu unterhalten. Wir knüpfen wieder da an, wo er, der Verſchwiegenheit Pepe's, des Schläfers, gewiß, ſich von dem Ufer entfernte, und den Miquelete in ſeinem Kahne ließ.