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Füßen;— der Donner, oder vielleicht die Kanonen brüllten fürchterlich;— ich war in ein ſchwarzes Zim⸗ mer eingeſchloſſen, wo ich gewaltig Furcht hatte. Der Mann, von dem ich Ihnen geſprochen,— der Mann, der mich liebte, kam zu mir her.....
Hier hielt Tiburcio einen Augenblick inne, gleich als wollte er den unbeſtimmten Geflalten, die vor ihm aufſtiegen, feſtere Umriſſe geben, oder als wollte er ſich die unbeſtimmten Töne in's Gedächtniß zurückrufen, die nach ſo vielen Jahren ſeine Ohren noch zu treffen ſchienen.
„Warten Sie! fing er wieder an.„Der Mann, von dem ich Ihnen geſagt, ſprach zu mir:„„Knie nie⸗ der, mein Kind, und bete für Deine Mutter..... „Aber das Weitere iſt meinem Gedächtniſſe entſchwun⸗ den
Während dieſer Zeit ſchien der Canadier, deſſen Körper durch den Schatten verhüllt war, während das Geſicht ſich bei ihm immer noch auf die Knie ſtützte, von einem convulſiviſchem Zittern ergriffen zu ſein. Es ließ ſich ein Schluchzer hören. Tiburcio fuhr, als er die ge⸗ brochene Stimme des Canadiers hoͤrte, zuſammenz Letz⸗ terer aber rief:
„„Und bete für Deine Mutter, die ich neben Dir ſterbend gefunden habe.““
„Ja, ja,“ ſchrie Tiburcio, aufſpringend.„Das ſind die Worte! Aber wer ſind Sie, daß Sie ſo Alles wiſ⸗ ſen, was in jenem furchtbaren Augenblicke vorgegan⸗ gen iſt?“
Der Canadier ſtand auf, ohne ein Wort zu ſagen, kniete nieder, und rief, ſein männliches und rauhes Ge⸗ ſicht, über das Thränen herabrollten, von Neuem zei⸗ gend, in der Trunkenheit ſeines Herzens:
„Ach, mein Gott! ich wußte wohl, daß Du ihn mir noch einmal zuſenden würdeſt, wenn ihm ein Vater nöthig wäre! Fabian! Fabian! ich bin's ich bin jener Mann„


