brechend,„ſind unter meinen Erinnerungen aus einer längſtentſchwundenen Vergangenheit einige, die ſich wie⸗ der auffriſchen ließen; aber ach! Gott allein vermöchte das zu thun! Welcher Menſch wird dieſen vagen Re⸗ miniscenzen eine beſtimmte Form geben, denn es ſchwebt mir Alles nur noch in unbeſtimmten Umriſſen— vor.“ „Wie! Sie haben gar keine beſtimmten Erinne⸗ rungen mehr?“ antwortete der Canadier mit leiſer ſe und mit düſterer Miene, während er das Haupt enkte. „Und doch,“ fuhr Tiburcio fort,„hat in der Stille einer Nacht, wie dieſe iſt,— hat in der Nacht, wo ich neben dem Leichnam derjenigen wachte, die ich für meine Mutter gehalten hatte, ein zweifelhaftes Licht dieſe Dunkelheit erleuchtet, und da habe ich geglaubt, ich erinnere mich noch gewiſſer, höchſt trauriger Scenen; all⸗ ein es ſind dieß ohne Zweifel Träume, und zwar ent⸗ 1 ſetzliche Träume.“ Während Tiburcio ſo ſprach, hob der Canadier, der von Neuem zu hoffen anfing, den Kopf wieder langſam in die Höhe, wie eine Eiche, die ein heftiger Windſtoß gekrümmt hat. Tiburcio fuhr fort, ihm mit der Hand 4 ein Zeichen zu geben, daß er den noch unvollkommen 3 wieder angeknüpften Faden ſeiner Erinnerungen nicht unterbrechen ſolle, und ſeine Worte ganz langſam aus⸗ zuſprechen, wie ein Menſch, der eine durch die Jahr⸗ hunderte ausgelöſchte Inſchrift mit Mühe entziffert. „Es kommt mir vor,“ ſo ſprach er,—„es kommt mir vor, als befinde ich mich wieder in einem großen Zimmer, das ein Wind, kälter, als ich je einen geſpürt, 54 noch kälter machte; es ſcheint mir,— es ſcheint mir, ich höre Frauenzimmerſchluchzer, eine rauhe und drohende Stimme, und. ſonſt Nichts!“ Dieſe Worte täuſchten abermals die Erwartung des Canadiers, denn man erinnert ſich, daß er bloß den 3 Ausgang des Dramas von Elanchovi geſehen hatte.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


