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ich bin ein Narr,— bin ein Menſch, der ſeinen Verſtand verloren!“
Und der Canadier warf den Feuerbrand wieder in die Flamme, ſetzte ſich an den Fuß des Baumes, den er verlaſſen hatte, und kehrte dem Lichte den Rücken, ſo daß er ganz in dem dichten Schatien begraben war, den der ſtark belaubte Korkbaum, an welchen er ſich lehnte, verbreitete.
Schon erleuchteten bläuliche Tinten die höchſten Wipfel des Waldes; der Tag konnte nicht mehr fern ſein, allein unter dem Laubwerk war noch Alles dunkel, obgleich auf dem benachbarten Meierhofe der Hahn krähete.
Wie der Samen, welchen der Wind der Erde an⸗ vertraut, und der trotz der Gewitter aufkeimt, ſo war auch, ungeachtet des Sturmes von Ereigniſſen, in dem Tiburcio mit fortgeriſſen worden war, der Bericht, den ſeine Adoptivmutter ihm über ſeine Ankunft in Amerika noch einmal auf dem Todbette erſtattet hatte, in ſeinem Gedächtniſſe aufgegangen; ganz in die Anſchauung der Vergangenheit vertieft, ſchwieg er, gleich als wollte er in ſeinem Innern leſen,— gleich als wollte er die durch einen Zeitraum von achtzehn Jahren unterbrochene Kette ſeiner Erinnerungen wieder anknüpfen. Ohne daß er ſich noch Rechenſchaft darüber zu geben ver⸗ mochte, rief ihm dieſer vor ihm liegende Jäger dun⸗ kel den Rieſen in's Gedächtniß zurück, deſſen die Frau des Arellanos Erwähnung gethan hatte.
Aber wie ſollte er auf den Gedanken kommen, daß der Matroſe ſich in einen Fiſchotterjäger umgewan⸗ delt! Sodann ſah er in den Fragen des Canadiers immer noch Nichts, als eine wohlwollende, uneigennützige Neugierde; und in der That hatte der Waldläufer ihm noch nicht geſagt, daß er einen Sohn ſuche. Dieſes einzige Wort würde Alles erklärt haben, allein Roſen⸗ holz hatte es nicht ausgeſprochen.
„Vielleicht,“ ſagte Tiburcio, das Stillſchweigen


