*
3
Tiburcio hörte dieſen Siegesgeſang des ehrlichen
Canadiers mit eben ſo vieler Ueberraſchung, als Schrei⸗
ber dieſer Linien nicht umhin konnte, an den Tag zu legen, bei einer Gelegenheit, wo einer dieſer India⸗ nertödter ihn auf dem Schafte ſeiner Büchſe zweiund⸗ fünfzig Einſchnitte zählen ließ, die er auf ſeinen Wan⸗ derungen und ſeinen Kämpfen zwiſchen den Grenzen der Vereinigten Staaten und denen Meriko's zu machen Anlaß gehabt hatte.
„Wohlan!“ ſagte der Canadier weiter,„habe ich Unrecht gehabt, wenn ich Ihnen geſagt, daß Sie auf einen Freund rechnen koͤnnten, der ſo viel werth wäre, wie jeder andere?“
Die Geſte mit dem Worte verbindend, ſtreckte der Canadier Tibureio ſeine gewaltige Hand hin, mit einer Offenheit und Biederkeit, die beredter ſprachen, als ſein Mund, und im Bewußtſein ſeiner verzweifelten Lage dankte ihm der Jüngling auf's Wärmſte.
„Eine geheime Vorahnung,“ ſetzte er hinzu,„ſagte mir, daß das Licht, das ich von der Hacienda aus im Walde glänzen ſah, für mich ein freundſchaftliches ſein würde.“
„Sie haben ſich nicht getäuſcht,“ ſprach Roſen⸗ holz mit vielem Feuer.„Aber verzeihen Sie einem alten Manne einige Fragen, die Ihnen vielleicht un⸗ beſcheiden vorkommen,“ fuhr er fort;„Sie ſind noch ſo jung, und haben doch ſchon keinen Vater mehr, bei dem Sie eine Zufluchtsſtätte hätten?“
Bei dieſer Frage überzog eine lebhafte Röthe die Wangen Tiburcio's, der einen Augenblick ſchwieg, und dann ſagte:
„Warum ſollte ich Ihnen nicht geſtehen, daß ich, auf allen Seiten von Feinden umringt,— daß ich, verſchmäht von einem Frauenzimmer, das ich noch liebe, ganz allein auf dieſer Welt bin,— daß ich weder Vater noch Mutter habe?“


