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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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Ich nahm meinen Platz am Fenſter wieder ein und um der Schlaftrunkenheit wie der ſtinkenden Luft mich zu entziehen, oͤffnete ich das Fenſter halb und ſchauete hin⸗ aus. Bald hoͤrte ich Tritte und Gemurmel. Ich lehnte mich in die Ecke, um nicht geſehen zu werden. Etwa ein halbes Dutzend Maͤnner kam aus einem Gaͤßchen dem Hauſe gegenuͤber heraus. Der Vorangehende trug einen kurzen Mantel(esclavina), welcher die Scheide ſeines Degens nur halb verdeckte. Die Andern trugen bloße De⸗ gen in der Hand. Ihrem ſchuͤchternen Gange nach würde ſie ein Europaer, der noch nicht lange im Lande gelebt hat, füͤr Uebelthaͤter gehalten haben; meine Erfahrung ließ ſich aber nicht täuſchen; nur die Juſtiz konnte ſo furchtſam auftreten und ich erkannte, daß die Patrouille aus einem Regidor, einem Hilfsalcaden und vier celado- res beſtand.

Voto a brios! ſagte der Mann im kurzen Man⸗ tel, ohne Zweifel einer der Hilfsbeamten, die zugleich Alcaden und Schenkwirthe ſind, bei Tage die Uebelthaͤ⸗ ter beherbergen und in der Nacht ſie verfolgen;was denkt der Herr Praͤfect, daß er uns in dieſen Stadttheilen pa⸗ trouilliren laßt, in welche die Juſtiz nie gedrungen iſt? Ich wollte, er haͤtte das Amt ſelbſt uͤbernommen.

Er wuͤrde Schießgewehre mitgenommen haben, die er uns verweigert, ſagte ein andrer, welcher der Ge⸗ faßteſte zu ſein ſchien,denn die Uebelthaͤter fuͤhren nicht blos blanke Waffen wie wir und der, welchen wir ſchuͤtzen ſollen, macht dieſe Erfahrung in der heutigen Nacht vielleicht auf ſeine Koſten.

Sie gingen in dieſem Augenblicke an der Lehne des Canals hin und der Vorausgehende ſtolperte im Dunkel.

Sogleich ſprang ein Mann empor.

Wer biſt Du? fragte der Alcade.

Was geht das Euch an? Kann man in den Stra⸗ ßen der Stadt nicht einmal ruhig ſchlafen?

Man ſchlaͤft zu Hauſe wenn es moͤglich iſt, entgegnete der Alcade ziemlich eingeſchuͤchtert.