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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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Dieſe Geſinnungen gereichen Dir zur Ehre, Perico.

Er wollte auch ſogleich von dem günſtigen Eindrucke, den ſeine Antwort auf mich gemacht hatte, Gewinn ziehen und ſagte:

Ohne Zweifel. Man ſetzt ſeine Seele nicht ſo wegen eines Piaſters in Gefahr. Bei den Piaſtern fällt mir ein, fuhr er fort, indem er mir die Hand hinhielt,daß Ihre Börſe vielleicht noch gut verſehen iſt und daß ich jedenfalls jetzt Gluͤck habe; wenn ich die Bank ſprenge, verpflichte ich mich, Ihnen die Haͤlfte des Gewinnes zu zahlen.

Ich hielt es fuͤr gerathen, dieſem neuen Verlangen feine Weigerung entgegen zu ſetzen. Das Spiel befreiete mich doch jedenfalls eine Zeit lang von der Geſellſchaft, die mir läſtig wurde. Ich druͤckte ihm alſo einige Piaſter in die Hand. Faſt in demſelben Augenblicke ſchlug es Mitternacht. Einer der Anweſenden erhob ſich und rief mit feierlicher Stimme:

Es iſt die Stunde der Seelen im Fegefener; laßt uns beten.

Die Spieler ſtanden auf, die Spiele wurden unter⸗ brochen und alle Anweſenden knieten ernſthaft nieder. Das Gebet begann mit lauter Stimme und wurde nur in ungleichen Zwiſchenräumen von den Antworten unter⸗ brochen. Man ſchien ſich zum erſten Male des Zweckes der Anweſenheit zu erinnern. Man denke ſich die Maͤnner mit trunkenen Augen und die halbnackten Weiber um einen blumenbekraͤnzten Leichnam her; man laſſe uͤber der knie⸗ enden Menge dicke Duͤnſte ſchweben und man wird eine Vorſtellung von der ſeltſamen, graͤßlichen Scene haben, der ich beiwohnen mußte.

Nach dem Gebete begannen die Spiele von neuem, aber mit geringerm Eifer. Es tritt in den naͤchtlichen Geſellſchaften immer ein Augenblick des Unbehagens ein, in welchem das Vergnuͤgen mit der Schlafluſt kämpft; iſt aber dieſer Augenblick voruͤber, ſo wird die Freude noch geraͤuſchvoller; es iſt dies die Stunde der Orgie und dieſe Zeit ſollte nun kommen.