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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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Rathe gezogen haͤtte, unter andern St. Nicolauspflaſter und Abkochungen von Kraͤutern, die durch ein Stuͤck Moͤnchskutte filtrirt worden und die arme leichtglaubige Mutter wendete oft das Geſicht ab, um ihre Thraͤnen zu trocknen, weil ſie uͤberzeugt war, daß jene Mittel ihr Kind gewiß gerettet haben wuͤrden. Der Tereswein und die Cigarren kreiſeten raſch waͤhrend dieſer Geſpraͤche; dann brachte man alle die unſchuldigen Spiele in Vorſchlag und zur Ausfuͤhrung, welche in dem ſpaniſchen Amerika gebraͤuchlich ſind, waͤhrend ermuͤdete Kinder in allen Winkeln des Zimmers zum Schlafen ſich hinlegten.

Ich ſaß in der Bruͤſtung eines der Fenſter nach der Straße zu und beobachtete ziemlich beſorgt alle Bewegungen Pericos. Es ſchien mir, als muͤſſe der Schutz, den er mir aufgedrungen hatte, irgend einen Hinterhalt bergen. Auch verriethen meine Zuͤge wahrſcheinlich meine Gedanken, denn der Lepero trat zu mir und ſagte troͤſtend:

Sehen Sie, Herr, es iſt mit dem Morden wie mit jeder andern Sache; nur der Anfang iſt ſchwer. Uebri⸗ gens wird es Ihr Sereno vielleicht wie mein Engländer machen, der ſich jetzt ganz vortrefflich befindet. Die Ketzer haben ein zaͤhes Leben. Ach, Herr, ſetzte er ſeufzend hinzu,ich habe es immer bedauert, daß ich kein Ketzer geworden bin.

Um auch ein zähes Leben zu haben?

Nein, um die Ketzerei abſchwoͤren und damit Geld verdienen zu koͤnnen. Leider ſteht mein Ruf als guter Chriſt zu feſt.

Glaubſt Du aber, daß der Herr noch lebt, den Du toͤdten ſollteſt? fragte ich Perico, da ich mich des me⸗ lancholiſchen jungen Mannes erinnerte, den ich an der Morgue hatte knieen ſehen.

Perico ſchuͤttelte den Kopf.

Am andern Tage hat ihn ſeine thoͤrichte Leiden⸗ ſchaft vielleicht das Leben gekoſtet und ſeine Geliebte wird ihn nicht uberleben.. Ich wollte nicht zwei Opfer auf einmal bringen und gab die Sache auf.