„Wer iſt da?“ fragte eine maͤnnliche Stimme. „Freunde, welche fuͤr die Todten beten und mit denLeben⸗ digen ſich freuen wollen,“ antwortete Perico ohne Zoͤgern.
Wir traten ein, ſchritten im Lichte der Laterne des Thuͤrſtehers durch das Vorhaus und gelangten in einen Hof. Der Fuͤhrer zeigte Perico einen an der Mauer befe⸗ ſtigten Ring; da band ich mein Pferd an. Dann ſtiegen wir etwa zwanzig Stufen hinauf und ich gelangte hinter Perico in ein ziemlich hell erleuchtetes Zimmer. Ich ſollte endlich erfahren, was ein velorio ſei.
3.
Das velorio.
Die Geſellſchaft, in welche mich Perico gefuͤhrt hatte, gewaͤhrte einen hoͤchſt ſeltſamen Anblick. Maͤnner und Frauen aus dem gemeinen Volke, etwa zwanzig an der Zahl, ſaßen im Kreiſe, ſchwatzten, ſchrien und geſticulir⸗ ten. Ein ekelhafter leichenartiger Geruch, der mit Muͤhe von dem Cigarrenrauche und dem Dunſte des Keresweines und des chinguirito(Branntwein von Zuckerrohr) nie⸗ dergehalten wurde, erfuͤllte den Raum. In einem Winkel ſtand ein Tiſch mit Lebensmitteln aller Art, Waſſer, Fla⸗ ſchen und Glaͤſern. An einem noch entferntern miſchten Spieler in das Klappern von Kupfergeld alle Kunſtaus⸗ druͤcke des monte und ſtritten ſich mit großem Eifer um Haufen von cuartillas und tlacos(kleine Geldmuͤnzen). Die Orgie, zu welcher ich ſo kam, ſchien unter dem dreifa⸗ chen Anreize des Weines, der Weiber und des Spieles außerordentlich raſch ſich weiter zu entwickeln; am meiſten aber ſiel mir der Gegenſtand auf, um den ſich die Anweſen⸗


