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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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Es iſt neun Uhr und ſtuͤrmiſch.

Darauf verſank er wieder in ſeine fruͤhere Haltung, waͤhrend ferne Stimmen von Serenos ihm nach einander in der Stille der Nacht antworteten.

Ich ſchritt melancholiſch weiter hinter Perico her und fuhrte mein Pferd, denn nach den Polizeibeſtimmungen darf nach dem Gebete Niemand in den Straßen von Me⸗ rico reiten und ich hatte keine Luſt noch einmal mit den Alca⸗ den anzubinden. Ich will es auch geſtehen, daß mich die Neu⸗ gierde abhielt, meinen Führer zu verlaſſen. Ich wuͤnſchte zu wiſſen, was ein velorio ſei und die Vorliebe fuͤr das Unbe⸗ fannte und Unerwartete, die man in Merico uͤberall befrie⸗ digen kann, entriß mich nochmals der Langenweile.

Wir waren noch nicht zehn Minuten gegangen als wir eine Brucke erreichten, die uber einen ſchmalen Canal fuͤhrte. Armſelige Häuſer ſtanden an dieſem ſchlammigen Waſſer. Eine Lampe, die truͤbſelig vor einem Bilde der Seelen im Fegefeuer brannte, warf einen bleichen Schein auf das ſtehende Canalwaſſer. Auf den a?oteas(Ter⸗ raſſen) heulten Hunde den Mond an, der bald ganz ver⸗ huͤllt war, bald durch eine dunne Wolkenſchicht hindurch ſah. Außer dieſem Geheul war alles ſtill wie in den andern

Gaſſen, durch welche wir gekommen waren. Die Fenſter im erſten Stockwerke, dem erwähnten Bilde gegenüber, waren hell erleuchtet und ſtachen deshalb grell von der dop⸗ pelten Reihe dunkeler Gebaͤude ab. Perico klopfte an der Thuͤr des erleuchteten Hauſes an. Es dauerte ziemlich lange ehe Jemand kam; endlich wurde die Thuͤr geoffnet, aber nur halb, da ein Fluͤgel nach der Gewohnheit durch eine Kette zuruͤckgehalten wurde.