Sehen Sie,“ ſetzte er hinzu und er zeigte auf einen fernen flackernden Schein auf dem Granittrottoir,„dort iſt es.“
Wir naͤherten uns dieſem Lichtſcheine und ich bemerkte bald, daß er von der Laterne eines Sereno kam. Dieſer Nachtwaͤchter hatte ſich in einen gelblichen Mantel gehuͤllt, der nicht in beſſerem Zuſtande war als der Pericos, kauerte auf dem Trottvir und ſchien mit melancholiſchem Blicke den großen Wolken nachzuſchauen, die am Himmel hinzogen. Er blieb auch als wir ihm nahe kamen in ſeiner nachläſſi⸗ gen Haltung.
„Heda, Freund,“ fragte ihn Zaragate,„kennſt Du kein velorio in der Naͤhe?“
„O ja, einige Haͤuſer von hier an der Bruͤcke werdet Ihr eins finden und wenn ich nicht die Ronde des Herrn Regidor furchtete oder wenn irgend Jemand meinen Man⸗ tel nehmen und meine Laterne bewachen wollte, wuͤrde ich ſelbſt mit dahin gehen.“
„Sehr verbunden,“ ſagte Perico.
Der Sereno ſah mich verwundert an, da meine Klei— dung von der Pericos ſehr abſtach.
„Leute wie der Reiter da finden ſich freilich an ſolchen Orten ſelten ein,“ſagte er.
„Noth kennt kein Gebot, der Herr hat eine Schuld ſich zugezogen, die ihn hindert heute Abend nach Hauſe zu gehen.“
„Das iſt etwas andres,“ meinte der Sereno;„manche Schuld bezahlt man gern ſo ſpaͤt als moͤglich.“ Dann horchte er auf die Klaͤnge einer Uhr in der Ferne und rief, ohne ſich weiter um uns zu kuͤmmern, mit ſchauerlicher Stimme:


