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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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zog ſich eine lange ſchmale Narbe weiß auf der Stirn hin. Ohne Zweifel war es der ſchoͤne junge Mann, den mir Perieo geſchildert hatte. Dankte er Gott, daß er der Ge⸗ fahr entgangen war oder dankte er ihm dafuͤr, daß er liebte oder geliebt wurde? Die Sache blieb mir zweifel⸗ haft und die Andacht, die zu dieſen Vermuthungen Anlaß gab, wurde auch ploͤtzlich unterbrochen. Ein Pferd, das durch das Wagengeraͤuſch erſchreckt wurde und den Bemuͤh⸗ ungen ſeines Reiters widerſtand, ſtieß an die Leiter, auf welcher ein Nachtwaͤchter ſtand und eine Laterne an der Mauer der Caſerne La Acordada anzuͤndete. Der Mann ſiel etwa funfzehn Fuß hoch herab und blieb bewegungslos auf dem Pflaſter liegen. Die Beſtuͤrzung des ungluͤcklichen Reiters bei dem Anblicke des bewußtlos und vielleicht todt daliegenden Mannes wuͤrde ich leicht beſchreiben koͤnnen, denn leider war ich dieſer Reiter ſelbſt; ich will aber lieber das Nachfolgende erzaͤhlen.

Man kennt die wohlwollende Gewohnheit des Poͤbels der großen Städte gegen die, welche aus Ungluck ſich ſolche Ungeſchicklichkeiten zu Schulden kommen laſſen, wird ſich aber nicht leicht eine richtige Vorſtellung von der Haltung eines ſolchen Poͤbels in Mexico machen koͤnnen, beſonders einem Fremden gegenuͤber, den er immer fuͤr einen natuͤr⸗ lichen Feind halt. Mein Pferd, das trotz ſeinem Ungeſtuͤm in einem Gedraͤnge von Leperos zuruͤckgehalten wurde, die ſich nur uͤber die Strafe beriethen, welche dem Urheber eines ſolchen Verbrechens zuerkannt werden ſolle, war fuͤr mich voͤllig nutzlos und ich beneidete einen Augenblick das Schickſal des Verungluͤckten, welcher wenigſtens nichts