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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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Auch am Abende des Tages, an welchem ich den Stier⸗ kämpfen beigewohnt, hatte ich mich unter die Neugierigen gemiſcht, welche gewöhnlich den Platz zwiſchen dem Paſeo und der Alameda bedecken. Die Nacht begann den Tag zu verdrängen; die Laternen wurden angezuͤndet und die Pro⸗ menirenden eilten nach ihren Wohnungen zuruͤck. Es war ein Sonntag. Das Lauten des Angelus, das von den zahl⸗ loſen Glocken der Kirchen und Klöſter wiederholt wurde, übertoͤnte das Geſumme der Menge, von welcher ein Theil ehrerbietig ſtehen blieb, waͤhrend ein anderer fortſturzte wie ein Strom, den kein Hinderniß aufhalten kann. Das Licht, welches ſeine letzten Strahlen durch die Gitter der Morgue warf, erhellte nur noch ſchwach die Opfer, die ne⸗ ben einander auf einem Steinlager ruheten. Die Frauen, die vergebens von den Soldaten zuruͤckgedrängt wurden, jammerten vor dem Gitter und ſtießen Schmerzenstone aus. Ihr Geſchrei zog die Voruͤbergehenden an; einige beklag⸗ ten ſie, andere blickten ſie nur neugierig an. Neben einem der Gitter kniete ein Mann, entbloͤßten Hauptes, der ein reich geſchirrtes Pferd am Zuͤgel hielt, und betete andaͤchtig. An ſeiner Kleidung erkannte man leicht, daß er der wohl⸗ habenden Claſſe der Bewohner der tierra afuero*) ange⸗ hoͤrte, welche mit gleichem Abſcheu die Moden und Ideen Europas von ſich fern halten. Der maleriſche Aufputz paßte uͤbrigens vollkommen zu den maͤnnlichen ausgezeich⸗ neten Zugen. Ueber dem rechten Auge des Unbekannten

²) Ausland, wie man in Sonora und andern Grenzen Inland(tierra adientro) ſagt.

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