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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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ſchwarzem Haar mit natuͤrlichen Blumen, ihr verfuͤhreriſches Lächeln und ihre Geberden, bei denen die Lebhaftigkeit ſich anmuthig mit der Nachlaͤſſigkeit verbindet. Der Fä⸗ cher bewegt ſich und ſpricht ſeine geheimnißvolle Sprache. Auch die Menge der Spaziergaͤnger gewaͤhrt einen nicht minder pikanten Anblick, nur miſcht Europa ſeine truͤbſeli⸗ gen Trachten in minderer Anzahl unter die buntfarbigen Amerikas.

Nach einer gewiſſen Anzahl Fahrten verlaſſen die Wagen die Alameda und die Reiter folgen ihnen; die ganze Menge zieht gleichgiltig an einem vergitterten Fenſter vor⸗ uͤber, das auf das Trottoir ſieht, auf welchem man hinge⸗ hen muß, um zu einer Promenade zu gelangen, welche zu dem Paſeo Bucarellis*) fuͤhrt. Man wird nicht errathen, welche haͤßliche Ausſtellung die verroſteten Gitter jeden Tag zwei Schritte von der glaͤnzendſten Promenade Mericos bergen. Dieſes Fenſter iſt das der Morgue, wo man die Todten ausſtellt. Die Sorgſamkeit der Juſtiz beginnt erſt von dieſem Augenblicke an und die Leichname von Männern und Frauen werden halb nackt, noch blutend unter einander geworfen; jeden Tag erhaͤlt dieſe Morgue neuen Zuwachs. Der Paſeo hat keinen andern Schmuck als eine doppelte Baumreihe, ſteinerne Baͤnke fuͤr die Fußgaͤnger und drei Fontainen mit abſcheulichen allegoriſchen Statuen. Von hieraus uͤberblickt man dieſelbe Landſchaft wie von der Ka⸗ thedrale aus.

²) Von dem Namen des Vicekoͤnigs, der die Promenade anlegte.