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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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unglaͤubig, ein ewiger Spieler, aus Charakter zankſuchtig, aus Inſtinkt ein Dieb, von einer Maͤßigkeit iſt, die nur ſeiner Unmaͤßigkeit gleich kommt und an Gott gerade nur ſo viel glaubt, um eine heilſame Furcht vor dem Teufel zu haben, weiß ſeine Faulheit und ſeine Launen jeder Lage anzupaſſen. Er iſt überall, bald Laſttrager, bald Mau⸗ rer, bald Steinſetzer oder Pferdefuͤhrer. Ueberall betreibt er ſein ihn vorzugsweiſe anſprechendes Gewerbe, in den Kirchen, bei den Prozeſſionen, bei den Schauſpielen und immer zum Nachtheile der Anweſenden; ſein Leben iſt des⸗ halb auch immer ein langer Kampf mit der Juſtiz, die ſelbſt vor ſeinen Diebereien nicht ſicher iſt. Verſchwenderiſch im Reichthume, iſt der lepero nicht minder gefaßt und muthig in der Armuth. Hat er fruh ſo viel verdient, daß er allenfalls ſeine Beduͤrfniſſe den Tag uͤber beſtreiten kann, ſo ſtellt er ſofort jede Arbeit ein. Oft aber findet er ſelbſt ſeine ſo precären Hilfsmittel nicht. Da legt er ſich, ruhig und ohne Furcht vor den Dieben, in ſeine zerriſſene Decke gehullt, an der Ecke eines Trottoirs oder auf der Schwelle einer Thuͤr nieder, klimpert auf ſeiner jarana(kleinen Man⸗ doline), betrachtet mit ſtviſcher Seelenruhe die pulqueria (Wirthshaus), in der er keinen Credit hat, horcht zerſtreut auf das Ziſchen in der nahen Kuͤche, zieht den Strick feſter zuſammen, den er um ſeinen Leib gebunden hat, fruͤhſtuͤckt von einem Sonnenſtrahle, erſetzt das Abendeſſen durch eine Cigarre und ſchlaͤft ein ohne an den andern Tag zu denken.

Ich geſtehe meine Schwäche ein; meine Aufmerkſam⸗ keit vernachlaͤſſigte unter der traͤgen und geraͤuſchvollen Menge, die mich jeden Abend auf die Plaza Mayor lockte,