*
34
und mich zu erkennen zu geben, aber in manchen Augen⸗ blicken des Lebens thut man nicht was man will. Ich ließ ihn gehen und kaum hatte er den Felſen verlaſſen, als ich auf demſelben ſtand. Von da aus fonnte ich ihm leicht nachſehen. Er ſchlug den Weg ein, der mir ſelbſt ſo wohl bekannt war, klopfte an der Thuͤr der Huͤtte an, die ich ſo genau kannte und trat hinein.
„Einen Augenblick war es mir, als trage mir der Wind vom Meere her das Hohngelaͤchter der alten Zauberin wieder zu, mit dem ſie ihre Worte begleitete: was liegt Dir an dem Namen, da es nicht der Deinige iſt? Ich glaubte im Dunkel am entgegengeſetzten Ufer ihren duͤrren Arm nach der Hutte Jeſuſita's zeigen zu ſehen und ich eilte mit dem Meſſer in der Hand meinem Nebenbuhler nach. Nach einigen Schritten hatte ich die Thuͤr erreicht. Ich horchte, hoͤrte aber nur leiſe ſprechen ohne etwas davon zu verſtehen. Unterdeß hatte ich mich einigermaßen wieder beruhigt und obgleich der Vorſatz feſt in mir ſtand, von meinem Nebenbuhler mich zu befreien, ſo hatte ich doch Geiſtesgegenwart genug, mich mit dem Geſetze nicht in un⸗ angenehme Beruhrung zu bringen. Ich mußte einen Mit⸗ telweg waͤhlen und kam auf folgenden.
„Der Criminalrichter hatte eine Verordnung bekannt gemacht, welche allen Tauchern und Fiſchern verbot, ſpitzige Meſſer zu fuͤhren und dem, welcher ſeinem Feinde eine per⸗ pendieuläre Wunde beibringe, mit der Todesſtrafe drohete. Einige Zeit vorher hatte ſich Einer von uns nach einem Streite mit einem Freunde nicht anders zu helfen gewußt, als ihm den Leib mit einem Meſſer ohne Spitze durch einen


