t, Gedanke an einen Nebenbuhler war mir graͤßlich. Ich nahm mir vor den Schwimmer zu ermitteln und damit er
mich nicht ſehe, ſchwamm ich unter dem Waſſer nach ihm ⸗ hin. Als ich berechnet hatte, daß wir an einander voruͤber
gekommen ſein muͤßten, er auf, ich unter dem Waſſer, kam ich an die Oberflaͤche empor. Das Blut, das mir in den Kopf geſtiegen war, hatte mich ſo geblendet, daß ich im Dunkel nur phosphoreseirenden Schein erkennen konnte, der ſich auf dem Kamme der Wogen zu bilden anfing und die Annaͤherung eines Gewitters verrieth. Ich ſchwamm in⸗ deß nach Espiritu Santo weiter, aber erſt nach einigen Mi⸗
nuten ſah ich den Kopf des Schwimmers wieder. Er ar⸗ beitete ſo gewaltig, daß ich ihm kaum zu folgen vermochte. Unter allen die ich kannte, vermochte nur einer an Ge⸗ ſchwindigkeit ziemlich ſich mit mir zu meſſen. Ich ver⸗ doppelte meine Anſtrengung und kam ihm bald ſo nahe, daß
ich zuruͤckbleiben mußte. Kutz ich ſah ihn an einem Felſen
ans Land ſteigen und im Scheine eines Blitzes, der ploͤtzlich
das Meer und den Strand beleuchtete, erkannte ich Rafael.
„Das mußte ſo ſein, dachte ich, ich mußte ihm auch
in der Liebe zu Jeſuſita begegnen wie ſonſt uͤberall. Nur
fühlte ich, fuhr Joſe Juan im duͤſteren Tone fort, den Haß
ſchnell mein Herz erfuͤllen und ich ſah ein, daß es nicht gut
ſein duͤrfte, wenn wir einander im Leben noch einmal be⸗ gegneten.
„Sie werden indeß im Verlaufe meiner Geſchichte ſe⸗ 1
hen, ſetzte der Taucher mit unheimlichem Laͤcheln hinzu, wie
ich ohne meinen Willen noch einmal mit ihm zuſammenkam.
„Einen Augenblick hatte ich die Abſicht ihn zu rufen
Amgrik. Reiſenovellen. 3


