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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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Ah,erwiederte mein Wirth,die Arme waren ihm bereits gebunden, wie Sie vielleicht geſehen haben und eine gute Doſis Thran brachte ſie trotz ſeinem Geſchrei ſehr bald wieder in unſere Haͤnde. Auch ſolche Dinge kommen haͤu⸗ ſig vor und ſind nicht merkwurdig.

Ehe ich zu der Frage gelangte, die ich ſehr gern ge⸗ than haͤtte, reichte ich Joſe Juan noch einmal die Mescal⸗ flaſche. Es ſchien mir als muͤſſe die Geſchichte von einem Freunde, fuͤr welchen, wie der Merikaner erwäͤhnte, mein Wirth ſein Leben im Kampfe mit einem ſo entſetzlichen Un⸗ gethuͤm wie eine tintorera iſt, gewagt hatte, unangenehme Erinnerungen wecken. Mein Zoͤgern erklaͤrt ſich alſo wohl natͤrlich. Indeſſen gedachte ich an tauſend mir bekannte Vorfaͤlle, die meine Bedenklichkeiten uͤber die merikaniſche Empfindlichkeit beruhigen konnten und ich fuhr fort:

Sie werden wenigſtens geſtehen, daß man ſich nicht alle Tage ſo muthig, wie Sie, fuͤr Freunde in Gefahr be⸗ giebt und daß Ihnen Ihr Kampf mit einer tintorera zur großen Ehre gereicht.

Bei dieſen Worten uberflog eine ſolche Todtenblaͤſſe das Geſicht der jungen Indianerin, daß ich in dem ange⸗ deuteten Vorfalle ein haͤusliches Drama ahnen mußte, an das ſie meine Worte ſchmerzlich erinnert hatten. Das Ge⸗ ſicht Joſe Juans blieb unverändert, er erwiederte aber den flehendlichen Blick, den ihm ſeine junge Frau zuwarf, mit einem Ausdruck unbarmherziger Härte und ſchickte ſie mit einer gebieteriſchen Geberde fort. Die junge Frau ge⸗ horchte mit jener Demuth, welche die Frauen ihres Volkes aus⸗ zeichnet und die fernſte Thur der Hütte ſchloß ſich hinter ihr.