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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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zehn Monaten, in welchen die Inſel veroͤdet iſt, Seevoͤgel birgt. Von der Schwelle der Huͤtte aus uberblickte man den Strand und das Meer; man konnte ſogar die ſteilen Ufer von Espiritu Santo ſehen und das dumpfe Rauſchen der Brandung dort hoͤren. An dieſe wildſchauerliche Stelle fuͤhrte mich mein Gaſtfreund mit aller Artigkeit ſeiner Landsleute, ohne daß irgend etwas in ſeinem Benehmen die entſetzliche Gefahr verrieth, welcher er entgangen war.

Joſe Juan war ein Meſtize, der Sohn eines Indianers und einer Weißen; er hatte die Kupferfarbe ſeines Vaters geerbt und der indianiſche Schnitt ſeines Geſichtes ge⸗ waͤhrte nichts Eigenthuͤmliches. Er war von mittlerer Groͤße und hatte faſt zierliche Haͤnde, aber ſeine breiten Schultern, ſeine ſchmalen Huͤften und ſeine ſehnige Mager⸗ keit verriethen eine große Koͤrperkraft, auf welcher vielleicht ſeine Seelenſtärke beruhte.

Als ich in der Huͤtte ankam, war die junge Frau, von welcher ich ſchon geſprochen habe, mit der Zubereitung un⸗ ſerer Mahlzeit, einer ächt indianiſchen, beſchaͤftigt. Eine Schildkroͤte, der man das Bauchſchild abgeriſſen hatte, briet auf Kohlen in ihrem Ruͤckenſchilde. Nach den Mahlzeiten des Capitains Don Ramon und in Folge der Gewuͤrze, mit welchen das Gericht reichlich verſehen war, fand ich dieſe Koſt vortrefflich. Eine Flaſche Mescal von Tequila, fuͤr die ich geſorgt hatte und die dem Joſe Juan ſehr zu mun⸗ den ſchien, fuhrte bald jene Traulichkeit herbei, welche die Annehmlichkeit einer guten Mahlzeit noch vermehrt. Die Flaſche war von meinem Wirthe zur Hälfte geleert und eine rauchende, mit Schildkroͤtenthran genährte Lampe ver⸗