„Wiſſen Sie das gewiß?“ „So gewiß,“ antwortete der Mann,„als ich gewiß weiß, daß ein engliſcher oder franzoͤſiſcher Capitain eines ſolchen Verſehens wegen die Gelbſucht bekommen wuͤrde, der unſ⸗ rige aber auch nicht mit den Wimpern zucken wird.— Ca⸗ pitain,“ rief er faſt gleichzeitig aus,„wir haben Land ge⸗ rade vor uns.“
„Ah!“ entgegnete Don Ramon, indem er naͤher kam. „Es iſt wahrhaftig ſo. Nun, deſto beſſer. So kommen wir ſchneller an als ich erwartet hatte.“
Als er endlich ſeinen doppelten Irrthum gewahr wurde, wendete er ſich an mich und ſagte gutmuͤthig, ohne ſich eben ſehr zu verwundern:„es iſt ein Gluͤck, daß ich mich nicht um hundert Stunden geirrt habe, denn ſonſt muͤßte ich Sie noch länger bekoͤſtigen. Aber machen Sie ſich keine Sor⸗ gen; wir ruhen auf Cerralbo aus und bringen Sie dann nach Pichlingue zuruͤck.“
Der franzoͤſiſche Matroſe warf mir einen ausdrucks⸗ vollen Blick zu. Er hatte vollkommen Recht. Die Sonne ſank bereits als die bezeichneten Inſeln auch fuͤr andere als Seemannsaugen deutlich zu werden anfingen und ſie war dem Untergehen nahe, als wir am Eingange des Canals ankamen, welcher die Inſel Cerralbo von Espiritu Santo trennt. Es kann kaum einen traurigern Anblick geben als dieſe beiden Inſeln mit ihren ſteilen Ufern von ſchwar⸗ zen Felſen, an denen ſich das Waſſer bricht und in Schaum aufſpritzt. Meiſt ſind ſie unbewohnt und nur zwei Monate im Jahre halten ſich Perlenfiſcher da auf, im Juni und Juli. Und wir ſtanden zu Ende des erſtern. Wir erkannten
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