5. Die Vergeltung.
De reiche aber ſehr harte Pachter Martin zu Steinhof, ſchickte ſeine achtjaͤhrige Tochter mit einem Auftrag auf das zwei Stunden davon liegende Dorf Hochenlinden. Ihre Wegzeh⸗ rung die er ihr mitgab beſtand in einem Dreier und einer Semmel, wenn du raſch fortgehſt, kannſt du bis Mittag zuruͤckſeyn, ſezte er zu dieſer reichen Gabe hinzu.
Zufrieden und gehorſam ſprang die Kleine fort. Sie war nur noch eine halbe Stunde von Hochenlinden entfernt, und bisher hatte ſie noch keinen Gebrauch von ihrem Gelde gemacht, als eine etwas bejahrte Frau ihr begegnete.— Sie trug ihren rechten Arm in einer Binde, und ob ſie gleich Marien um keine Gabe an⸗ ſprach, ſo ſah ſie doch ihren bleichen Geſicht, ihren langſamen matten Gang, ihrer reinlichen aber ärmlichen Kleidung es an, daß ſie deren bedurftig ſey. Sie gab ihr den Dreier.„Hier“ ſagte ſie„gute Frau nehmt dies.„Gutes Maͤd⸗ chen, ſagte das von der Wohlthaͤtigkeit der Klei⸗ nen


