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war, bildeten die täglichen Freunde derſelben einen abendlichen Kreis. Es verband ſich hier Schönheit und Talent. Mancher Stern prangte in vollem eignen Lichte, doch alle wurden von unſerer Heldin verdun⸗ kelt, wenn ſie im Glanze ihrer Reize in dieſen Kreis trat. Ungezwungen und freundlich ſcherzte hier der conſtitutionelle Spanier aus Cadix mit dem willigen Sklaven aus der Krimm. Alle vergaßen, was in der Ferne lag, und nur angenehm war die Freude des Augenblicks zu genießen⸗
Auf einem Sopha ſaßen Mathilde und Madame Mechlin, und an ihrer Seite hatte ſich der Oberſt Canteen einen Stuhl gewählt. Wir kennen ſchon dieſen Schwätzer von Genf her. Er war Abends zu⸗ vor angekommen.
„Ich moͤchte doch wiſſen, was mit Ormsby ge⸗ worden waͤre!“ ſprach er⸗„Seitdem er in Genf war, hab' ich kein Wort von ihm gehört. Freilich hab' ich nicht viel erfahren koͤnnen. Ich komme uͤber Genua und Florenz, Tynte bekam das Fieber, als er die Bai aufnahm, und hielt uns vierzehn Tage auf. Ich war gleichſam angenagelt, obſchon ich ſagen muß, daß die Fiſche in der Bai von La Speizia ganz deli⸗ kat ſind. Indeſſen begreif' ich nur nicht, wo der Lord ſteckt.“
„In Mailand ſahen wir ihn oft!“ erwiederte Mathilde. 20


