Teil eines Werkes 
3. Th. (1826)
Entstehung
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Gertrude wurde in ein ſehr dunkles Zimmer ge⸗ fuͤhrt, wo aber Alles eine ausgeſuchte Anordnung, eine Art von eleganter Einſamkeit verrieth. Man erſah gleich hieraus, daß die Bewohnerin noch unverandert ſey. Keine Spur von Reue zeigte ſich. Gekleidet in ein modiſchesDeshabil16 ſaß ſie auf einem Fau teil; Sopha, Fußſchemelchen, Blumen, Secretair, Parfumerien, Arbeiten, waren alle ſo geordnet, wie Gertrude ſie bei ihr ſtets zu ſehen gewohnt geweſen war. Madame St. Clair ruͤhmte ſich ſelbſt, ein Mu⸗ ſter franzöſiſcher Eleganz und engliſcher Bequemlichkeit zu ſeyn.

Einen Augenblick fuͤhlte Gertrude ein aufwallen⸗ des Mißvergnuͤgen, als ſie die herzloſe Selbſuͤchtigkeit da ſtehen ſahz allein ſie unterdruͤckte dieſen Unmuth, reichte ihr die Hand und ſagte ſanft:

Ich komme, Ihnen meine Verzeihung zu ver⸗ ſichern, die ich Ihnen fruͤher verweigerte. Gott hat beſſere Gefuͤhle in meinem Herzen rege gemacht. Von Herzen verzeihe ich Ihnen, wie ich hoffe, daß auch mir verziehen worden ſey.

Ich daͤchte, ſelbſt Etwas vergeben zu können! war die anzuͤgliche Antwort.Die grauſame Verach⸗ tung, die unnatuͤrliche, unbeſiegbare Heftigkeit habe ich zu vergeben, womit Sie ein Weib behandelten, das in jeder Beziehung, die Bande der Natur abgerechnet,

Ihnen eine Mutter war! Alles hatte ich gethan,