Teil eines Werkes 
3. Th. (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

300

Sie mir bisher waren, Freund, Vormund, Bruder, aber

Sie ſeufzte; wider ihren Willen rollte eine Thräne ihre Wange herab.

Ich will ſchweigen! entgegnete Lyndſay aus Furcht, die Bande zu zerreißen, welche er enger zu knuͤpfen bemuͤht war..

Gertrude begab ſich ins Haus der Schweſtern von Madame St. Elair. Sie wurde mit zaͤrtlicher Freundſchaft und dankendem Blicke empfangen. Ma⸗ dame St. Clair hatte ſich von den Folgen des ge⸗ nommenen Opiums wieder erholt und war entſchloſſen, ihr uͤbriges Leben außer England zuzubringen. In wenig Tagen wollte ſie abreiſen.

Einige Zeit lang, ſagte die eine ihrer Schwe⸗ ſtern,hatte ſie viel von Ihnen geſprochen und ge⸗ ſagt, daß ſie nicht in Frieden ſterben könne, bis ſie Ihre Vergebung habe. Allein jetzt, da ihre Geſund⸗ heit wieder hergeſtellt iſt, hegt ſie, fuͤrcht' ich, minder ernſte Gedanken und erwähnt Ihrer faſt gar nicht mehr. Vielleicht will dieſelbe Sie nicht einmal gern ſehen!

Sie meldete Gertrudens Gegenwart. Es dauerte einige Minuten, ehe ſie wiederkehrte und berichtete, daß die Schweſter von dem Gedanken, Gertruden ſehen zu muͤſſen, heftig ergriſſen worden ſey, und es anfangs ab⸗ geſchlagen habe, ſie vorzulaſſen. Jetzt ſey ſie ruhiger und willige ein, ſie zu empfangen, vorausgeſetzt, daß ſie allein käme.