ſeyn mag. Sie fuͤhlte ſich zum Lachen geſtimmt, war aber doch zu edel, um ihn Andern preis zu geben, und warf Lilly's Traͤumereien geſchwind ins Feuer.
Der zweite Brief hatte einen andern Charakter:
„Theuerſte Baſe!“
„Ich fuͤhle mich zu der Freiheit, welche ich mir nehmen will, durch Ihr, mir waͤhrend Ihres Beſuchs in Bellevue erwieſenes Wohlwollen ermuthigt, und da mir Ihre Freundſchaft jetzt einen wichtigen Dienſt er⸗ zeigen kann, ſo wuͤrde ich mir ſelbſt Vorwuͤrfe machen, falls mich falſches Mißtrauen abhalten ſollte, gegen Sie mein Herz auszuſchuͤtten. Schon manchmal war ich im Begriff, mich Ihnen zu entdecken; allein im⸗ mer glaubte ich, daß dies ſchriftlich am leichteſten ge⸗ ſchehen koͤnne. Jetzt greife ich zur Feder und wuͤnſchte, fruͤher mit Ihnen geſprochen zu haben, wo ſo manche guͤnſtige Gelegenheit dazu eintrat! Doch warum ſchwankte ich ſo und war ſo thoͤrig, wo ich mit Ver⸗ trauen zu ihm haͤtte blicken ſollen, der mir verheißen hat, uͤber den Pfad des Chriſten zu wachen; der ver⸗ ſprochen hat: Er will keinen verlaſſen, noch vergeſſen, ſo auf Ihn traut und in allen Wegen auf ihn baut? Ich muß nun ſchon auf Ihre Geduld hoffen, wenn ich Ihnen meine Lage ſchildere.“
„Zwiſchen mir und Wilhelm Leslie beſteht nun ſchon ſeit den fruͤheſten Jahren eine gegenſeitige Zu⸗ neigung. Allein er iſt arm, und blos auf dieſen Grund
hin billigen ſolche meine Eltern nicht. Sie aber werden II. 2
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