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ihm nicht Gerechtigkeit wiederfahren. Sie ſuchte blos bei Jedem die Langeweile zu vertreiben, welche ihr die Abweſenheit des Geliebten verurſachte. Der Abgott ihres Herzens hatte ſich zum unbeſchränkten Herrn al⸗ ler ihrer Sinne gemacht. Ihn ſchaute ſie nicht mit dem Spiegel der nuͤchternen Wahrheit, ſondern mit dem taͤuſchenden Glaſe der bezauberten Einbildungs⸗ kraft. Die Vollkommenheit ſelbſt konnte ihr entgegen⸗ treten, ihr Herz wäre nicht dadurch gefeſſelt worden! Ihre beiden Vettern ſtanden ihr als zwei Bilder ent⸗ gegen. Das eine reich in Farbenſchmuck und hinrei⸗ ßend; das andere correct, in jedem kleinen Zuge vol⸗ lendet. Das eine feſſelte die Bewunderung im Au⸗ genblick; den Werth des andern erkannte nur ſorgfäl⸗ tige Betrachtung des geuͤbten Auges!


