Teil eines Werkes 
1. Th. (1826)
Entstehung
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kung, daß hohe Geburt, mit perſoͤnlicher Werthloſig⸗ keit verbunden, dem wahren Gehalte nicht mehr ver leiht, als ein ſchoner Kranz einem erbaͤrmlichen Wirths⸗ hauſe. Dieſe Taͤuſchung, in einem von Natur ſtol⸗ zen und heftigen Herzen wirkend, brachte die ſchlimm ſten Eigenheiten ihres Charakters in Thätigkeit. Sie ſah nur die Welt als eine Buͤhne an, auf der alle Männer und Frauen ihre Rolle ſpielen. Ihr einzi⸗ gos Streben war, eine große, eine ausgezeich⸗ nete durchzufuͤhren, die Stellung wieder zu gewinnen, welche ihres Gemahls Kleinmuth verloren hatte. Selten ereignet es ſich, daß ein Menſch, der ſich anders ſtellt, als er iſt, einen andern nach ſich bilden kann. Selten ahmen wir dem nach, den wir nicht lieben. Es iſt etwas in der Natur, das uns von ſol⸗ chen erkuͤnſtelten Weſen mehr, als von Fehlern ſelbſt, zuruͤckſcheucht. Wo ein ſolcher Verſuch mißlingt, bringt der Abſtoß gewöhnlich einen Charakter von ganz ver⸗ ſchiedener Art hervor. Madame St. Clair hatte keine Muͤhe geſpart, ihre Tochter ſo ſehr in das Geheimniß der Verſtellungskunſt einzuweihen, als ſie es ſelbſt war. Allein alle ihre Bemuͤhungen blieben erfolglos. Dieſe blieb, wozu ſie die Natur gemacht hatte eine Mi⸗ ſchung von Weizen und Spreu, von Blumen und Diſteln. Zwiſchen Mutter und Tochter fand keine Uebereinſtimmung, keine Seelenverwandtſchaft ſtatt. Selbſt von der natuͤrlichen Zaͤrtlichkeit, welche oft den Mangel innigerer Gefuͤhle und ähnlichen Geſchmacks ausgleicht, die oft zur Verbindung von Herzen dient,