Teil eines Werkes 
2. Theil (1816)
Entstehung
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ten zu kommen. Noch ein halbes Jahr floh hin, und ſeine Unterthanen ſegneten ihren jun⸗ gen Grafen, deſſen Herz groß genug war, ſie nicht nur gluͤcklich zu machen, ſondern zu lieben.

Der Vater erſtaunte, da Johann ihm die Nachricht gab von der heißen Liebe ſeines Soh⸗ nes zu Amelien. Und hat er Wort gehalten? fragte er. Er ſprach mit ſeinem Sohn ſelbſt, und Moritz beſchwor ihn mit kindlichen Thraͤ⸗ nen, den herzzerreiſſenden Schmerz ſeines In⸗ nern zu endigen, oder vielmehr, ſetzte er hinzu: das theure Maͤdchen nicht laͤnger einer Unge⸗ wißheit auszuſetzen, die mich, mich beſchimpft; die mich mehr martert als alles, was ich zu tragen habe. Er erzaͤhlte ſeinem Vater aus⸗ fuͤhrlich alles, alles.

Hm! ſagte der Vater den Sohn umarmend: das iſt viel, in der That, viel mein Sohn, wenn ſie weiß, daß du ſie liebſt, und dennoch den Triumph aufgibt, den Grafen zu ihren Fuͤßen zu ſehen. Das iſt viel. Aber viel weniger war ich mir nicht von einer Tochter dieſer Ael⸗ tern vermuthen. Hm! ja! Moritz, ja! viel milde Weisheit von einem ſo jungen Maͤdchen! Das freilich ſtoͤßt mein Syſtem von den Wei⸗ bern uͤbern Haufen, wenn's nicht Schein iſt.

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