Teil eines Werkes 
2. Theil (1816)
Entstehung
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Amelie recht gut wuͤßte, ſie ſey geliebt. Kurz, daß Amelie Amelie ſey. Dieſer letzte Grund wirkte am meiſten, und darum eben hatte ihn Johann wie den heiligen Anker bis zuletzt verſpart.

Aber Johann troͤſtete nicht nur, ſondern er half auch. Was ſollte Amelie denken, wenn Moritz nie redete? Es war zuviel von einem Maͤdchenherzen verlangt, alle ihre Liebe an ei⸗ nen Spinnenfaden, an noch weniger als das zu haͤngen, an den Glauben an einen jungen Menſchen, der liebt, frei iſt, geliebt iſt, und immer ſchweigt. Ich habe nichts verſprochen, ſagte alſo Johann. Amelie liebte den al⸗ ten Mann ſehr. Er mit ſeinem grauen Haupte, mit ſeinem ehrwuͤrdig reblichen Geſicht, war ja eben der Grund ihres Glaubens an des Grafen Liebe. Sein freundliches Laͤcheln, zuweilen eine ganz kleine Anſpielung auf eine frohe Zukunft erhielt ihr Herz feſt.

Nach einigen Tagen fand Johann Amelien nachdenkend nicht nur, ſondern trauernd. Ihre Mutter hatte dem jungen Kaufmann eine warme Lobrede gehalten. Mein lieber, alter Freund,

ſagte Amelie, ihm beide Hände entgegenſtrek⸗

kend: Du weißt Sie nannte ihn Du, wie der Graf ſo ſchoͤne Maͤhrchen, die wie Gei⸗ ſter⸗

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