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Sachte trat ich in ihr Zimmer, nur von einer Nacht⸗Lampe beleuchtet. Durch die halb⸗ ofſenen Bett⸗Vorhaͤnge von Gaze erblickte ich die gute Mutter in ſanftem und tiefem Schlafe; einige Spuren von Thraͤnen auf ihren Wangen.
Schweigend betrachtete ich ſie; ſchon uͤber⸗ zeugt, daß ſie nicht in meinem Zimmer ge⸗ weſen war.
Eine ihrer Kammerfrauen ſchlief im Ka⸗ binet. Sie hatte mein Licht geſehen, hatte mich gehen hören, offnete erſchrocken ihre Thuͤre, und laͤchelte bey meinem Anblick. Sie nahte ſich auf den Fuß⸗Spizen und ſagte mir leiſe: „Sie haben mich recht erſchreckt, Herr Graf; „aber erwecken Sie ja die gnaͤdige Frau nicht, „ſie bedarf Ruhe. Sie weinte dieſen ganzen „Abend, bey dem Gedanken an Ihre nahe „Abreiſe. Erſt ſeit einer Stunde entſchlief ſie./“
8.
Eine Stunde! und noch war es keine Vier⸗ telſtunde, daß eine Hand auf meinen Lippen lag, daß ein unſichtbares Weſen mich mit Blu⸗ menketten feßelte! und meine Mutter, meine gute, zaͤrtliche Mutter ſchlief damals, nachdem ſie die nahe Abreiſe ihres Sohnes beweint hatte! Sie dachte an keine Reckerey.
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