Dieß bezog ſich indeß nur auf meine Em⸗ pfindungen; in jeder andern Ruͤckſicht war ich ausgebildet; nur mein Herz ſchlummerte noch, oder vielmehr, es bewohnte eine idealiſche Welt⸗
Damals war es, als die Feder des Phan⸗ kaſiereichen Grafen von Gabalis der anmuthigen Dichtung der Sylphen⸗Welt eine Art von Wirklichkeit verliehen hatte. Seine Werke fielen am Beginnen meines ſiebenzehenden Jahrs, mir in die Haͤnde; dem gefaͤhrlichſten Alter fuͤr neue Eindruͤcke. Das Gemuth faßt ſie ſehnend auf; die Vernunft iſt noch zu ſchwach ſeine Enpfaͤng⸗ lichkeit zu zuͤgeln. Mein Herz war beſtochen; meine Vernunft ſchwieg. Von dieſem Augenblick traͤumte ich nur vom Gluͤck, von einem uͤberir⸗ diſchen Weſen geliebt zu werden; dieſes Sehnen, dieſe Hofnung erhielt mich gegen alle irdiſche Schoͤnheiten kalt. In dieſer Stimmung, trat ich meine Reiſen an. Meine Mutter war meine Vertraute; ſie belaͤchelte meine Traͤumereyen; ſie neckte mich damit, ohne ſie vernichten zu wol⸗ len; die gute Mutter ſah darinn vielleicht den Schutzengel meiner Sittlichkeit. Und ſie hatte Recht. Ich verabſcheute alles, was von meinem Zweck mich entfernte. Graf Gabalis behaup⸗ tete: Reinheit des Gemuͤths, Unſchuld der Sit⸗ ten, ſey die weſentliche Vorbedingung der Bezie⸗
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