— 5—
Prinzen von Zelve aus ihrer muͤtterlichen Fa⸗ milie beſtimmt. Dieſe Vermaͤhlung ſollte einen wichtigen Rechts⸗Streit enden, ihrem Vater bedeutende Guͤther ſichern, und den vollen Reich⸗ thum des Haußes in ihr vereinigen.
Beyde in dieſen Ideen erzogen, konnte unſre Beziehung nie die Graͤnzen zarter Freund⸗ ſchaft uͤberſchreiten; auch ließ man ihr dazu nicht Zeit. Als mein Vater den Geſandſchafts⸗Poſten zu Neapel erhielt, war meine Kouſine zehn Jahre alt. Schmeichelhaft war fuͤr ihn dieſe Auszeich⸗ nung; doch fuͤhlte er den Schmerz der Tren⸗ nung von ſeinem Bruder, und der Entſagung auf unſer ſtilles haͤußliches Gluͤck.
Ich folgte ihm nach Italien, wo die Wich⸗ tigkeit ſeiner Negoziationen ihn mehrere Jahre ununterbrochen zu bleiben zwang.
Von ſeinen Pflichten gefeſſelt, verſagte er ſich ſelbſt das Vergnuͤgen, der Vermaͤhlung ſei⸗ ner NRichte beyzuwohnen, die fuͤnf Jahre nach ſeiner Ernennung zum Geſandſchafts⸗Poſten er⸗ folgte. Nach franzoſiſcher Sitte trat ich ſchon in meiner Kindheit in die Rang⸗Liſte der Offfziere der Armeen, und beſaß eine Kompagnie im Re⸗ giment meines Oheims, deßen Befehlshaber ich einſt werden ſollte. Da wir mitten im Frieden
lebten,


