Teil eines Werkes 
2. Theil (1816)
Entstehung
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alter franzsſiſcher Edelmann, an Betragen und Geſinnung; in ihm erſtanden wieder die Gues⸗ klins, die Duͤnois, die Bayards, und andere mannhaften Ritter der Vorzeit. Muth und Artigkeit waren ſein Karakter; die Ehre ſein Abgott. Edelmuͤthig gemuͤthlich, ſchweifte ſein Enthuſiasmus fuͤr Tugend ſelbſt hie und da ins

Romantiſche uͤber. Mein Vater war gleich reich

an Tugenden und guten Eigenſchaften. Beyde Bruͤder lebten zuſammen, bis daß mein Pheim ſich ziemlich ſpät an die ſchoͤne und reiche Erbinn des Haußes Zelve vermaͤhlte. Doch nicht dau⸗ ernd war dieſe Verbindung; der Tod entriß ihm bald ſeine theure Gefaͤhrtin. Graͤnzenlos war ſein Schmerz uͤber dieſen Verluſt; ihn zu mil⸗ dern, zog er ſich mit ſeiner einzigen Tochter, deren Geburt der unvergeßlichen Mutter das Le⸗ ben koſtete, in die herzliche Geſellſchaft ſeines Bruders und deſſen Gattin zuruͤck.

Z

Ich war einige Jahre aͤlter, als meine Kou⸗ ſine Adelheid. Sie war liebenswuͤrdig, und ich hieng aufs zaͤrtlichſte an ihr; doch empfand ich nie eine andre, als bruderliche Neigung fuͤr ſie. Ich wußte; daß eine Verbindung mit ihr un⸗ moglich war; denn laͤngſt hatte man ſie einem Prin⸗