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ſeinem tiefen Schmerz kaum fähig, eine Antwort zu ertheilen auf die Frage nach dem Namen, nach dem Geburtsort.
Sophie Botta! flüſterte er endlich ſeufzend.— Und woher?— Aus Weſt— Weſtbachen— Weſtbacherhof wollte er ſagen.— Sophie Botta aus Weſtphalen, ſchrieb der Küſter nieder.
12. Sterben und Erben.
Die Schauer der Herbſtnacht wehten um den entblätterten Berg⸗ hain. Stille dunkle Geſtalten wandelten hinauf aus der Stadt, von Neugier getrieben, denn es war bekannt geworden, daß auf dem Schillersberg, ſo hieß dieſes Beſitzthum des Grafen, die Dame beige⸗ ſetzt werden ſolle, welche eine ſo lange Reihe von Jahren hindurch im Schloſſe zu Eishauſen gelebt und ſich den Blicken der Neugier nie, ja ſelbſt nicht einmal der vertrauten Dienerſchaft entſchleiert gezeigt hatte.
Mild berührt vom Friedenskuſſe des Todesengels lag ſie in ih⸗ rem Sarge, den ein alter Tiſchler unter Thränen gezimmert hatte. Ein weißes Kleid von ſchwerem koſtbarem Atlas umwallte die zarte Geſtalt, ſie lag da wie ein Kind, mit lächelnden Zügen, man ſah ihr kein Alter an, ſie glich aber auch keiner Geſtorbenen, ſie glich dem Marmorbilde eines Ideals aus der Meiſterhand eines großen Künſtlers. Da war kein Zug von Schmerz und keine Spur von Erdenleid, da war nur Schlummer, ſanfter heiliger Schlummer.
So lag ſie im offenen Sarge, an welchem Ludwig ſtand mit ſchmerzerfüllter, erſchütterter Seele, an welchem er einſam ſtand— o, ſo unermeßlich einſam!— Er barg manche theure Reliquie unter den Todtenkiſſen, eine Mitgift für das Grab, ein Geſchenk für die Verweſung, eine Speiſe für den Moder, zuletzt ein zerbröckelnder Fund für die, welche einſt, wenn ſie es vermögen, die heilige Aſche dieſer Verſtorbenen durchwühlen. Locken vom Haupte ihres ermordeten Va⸗ ters, ihrer ohnlängſt verſtorbenen Mutter, Locken von Angés, auch
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