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Abkömmling von Helden, welche die Geſchichte mit dem Sternen⸗ mantel der Unſterblichkeit bekleidet hat; ich ſtamme väterlicher Seits von den Herzogen von Aquitanien; Philipp von Poitou iſt mein Ahnherr! Meine Vorfahren erwarben Anſprüche auf den Thron von Neapel und meine nächſten Verwandten ſind Prinzen von Tarent. Von urgroßmütterlicher Seite ſind die heilige Eliſabeth und alle die hohen Ahnen der Sachſenfürſten aus thüringiſchem Stamme und der Kurfürſten und Landgrafen zu Heſſen auch die meinen. Und ich, ich war die verblendete Thörin, die all' dieſen Glanz und Hoheit hin⸗ gab an einen Mann, der meiner nicht werth war, an einen ſimpeln Freiherrn, einen— Jäger aus Kurpfalz, der durch mich erſt vom Kaiſer Karl dem Sechſten zum deutſchen Reichsgrafen erhoben wurde, ſonſt würde ich ihm meine Hand ſicher nicht gereicht haben. Dafür habe ich des Teufels Dank in vollem Maaße geerntet, und ernte ihn bis zu dieſer Stunde; Thörin ich, die ich glauben konnte, indem ich dich zu gütlichem Vergleiche hierher berief, es ſchlage in deiner Bruſt ein verſöhnliches und dankbares Herz, das nur irregeleitet ſei durch deine falſchen, rabuliſtiſchen Rathgeber! Nein, du haſt ein böſes, verſtocktes Herz, Wilhelm Guſtav Friedrich! Erſt reizeſt du den harmloſen Jüngling, der deiner Habgier ein Dorn im Auge iſt, weil du glaubſt, ich werde ihm etwas zuwenden— durch giftige Stachel⸗ reden, und dann willſt du ihn, den Wehrloſen, ermorden! Wohlan, morde ihn, morde auch mich, deine Großmutter, und ſchaue dann vom Vareler Rabenſtein herunter, wie dein Geſchlecht ſich in das reiche Erbe der Grafen von Aldenburg und der Herzoge von la Tremouille theilt!
Dieſe Rede der alten Herrin war lang genng, daß während ihrer Dauer die ſtürmiſchen Gemüthswellen im empörten Blute Ludwigs ſich legen konnten, und ſein Schmerzgefühl über die ihm widerfahrene Beleidigung wich dem Gefühl neuen Dankes, das in der Großmutter jetzt auch die Erretterin ſeines Lebens verehren mußte. Auf Wilhelms Herz aber fielen die Worte der alten Frau mit ihrem zermalmenden Gewicht, wie die dröhnenden Schläge eines Hammers auf das auf einen Ambos gelegte glühende, funkenſprühende Eiſen. Unausſprech⸗ liche Wuth kochte und glühte in ihm; ſeinen Augen emſprühten die Funken, ſein Herz hallte das Klopfen der Hammerſchläge nach, und
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